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Kirchen und Gemeindehäuser

Jakobikirche Freiberg,
Dresdner Strasse 1

Wegbeschreibung Jakobikirche


Was ist neu in der Jakobikirche?

Ziel der Sanierung der Jakobikirche war nicht nur, dass Altes wieder zu neuem Glanz kommt und Schandflecken verschwinden, sondern auch, dass die Kirche noch besser für das Gemeindeleben genutzt werden kann. Deshalb gibt es einige Neuerungen, die in diesem und den folgenden Gemeinde aktuell vorgestellt werden sollen:
1. Raum für Eltern mit Kleinstkindern
2. Raum unter der Orgelempore
3. Beleuchtung
4. Besser hören - Beschallung
5. Besser sehen - Video Projektor (Beamer)

1. Raum für Eltern mit Kleinstkindern

Sehr dankbar sind wir, dass mehr und mehr Eltern mit kleinen Kindern unsere Gottesdienste besuchen. Nicht jedes Kind ist allerdings schon mit 14 Monaten soweit, dass es gerne mit zum Kindergottesdienst geht, die noch kleineren können in der Regel noch nicht gehen. Da ist es oft nicht leicht, die lieben Kleinen den ganzen Gottesdienst über ruhig und bei Laune zu halten. Das stresst Eltern (oh wie peinlich, was mach ich nur?) und umsitzende Gottesdienstbesucher gleichermaßen. Was also tun? Mit zum Kindergottesdienst oder gar rausgehen? – Dann kann ich auch zuhause bleiben und mir die Predigt hinterher im Internet anhören. Ganz dabei sein ohne jemanden zu stören, der Predigt lauschen, ganz entspannt, auch wenn mein Baby mal kickst oder brabbelt, das wäre es.
Lange haben wir nach so einer Möglichkeit gesucht: Traukapelle, Gemeindesaal – alles nicht befriedigend. Jetzt haben wir es: einen Raum in der Kirche, schalltechnisch getrennt, optisch verbunden, vom Fußboden und an den kritischen Stellen beheizt, mit ordentlicher Tonübertragung und Lautstärkeregler für die Anwesenden, ordentliche Beleuchtung mit Nachrüstmöglichkeiten. Dieser Bereich unter der Orgelempore hinter der neuen Glasscheibe ist kein Raum für Kindergottesdienst und auch nicht für endlose Gespräche der Eltern, sondern der Ort, wo Kleinstkinder sich wohl fühlen und Eltern den Gottesdienst voll mitfeiern können – zukünftig mit kindgerechter Einrichtung sicher noch besser.
Übrigens: der Raum unter der Orgelempore bietet weitere Möglichkeiten – dazu mehr im nächsten Gemeinde aktuell.

2. Raum unter der Orgelempore

Neben den im letzten Gemeinde-aktuell beschriebenen Nutzungsmöglichkeiten dieses Raumes für Eltern mit Kleinstkindern gab es weitere Gründe, diesen Raum so zu schaffen:
Da ist zunächst unser Kirchenkaffee: Inzwischen nach jedem Gottesdienst ein wichtiger Treffpunkt, liebevoll vorbereitet und vor dem Umbau im Seitenschiff eingerichtet, wo es im Winter manchmal ziemlich „frisch“ wurde. Kirchenkaffee im Gemeindesaal funktioniert nicht: wenn man raus und wieder rein muss, kommen nur sehr wenige, also muss Kirchenkaffee in der Kirche sein, an einem behaglicheren Ort. Das wird jetzt möglich, vorwiegend als Stehkaffe auf fußbodenbeheizten Steinplatten, ein paar mehr Sitzgelegenheiten werden wir noch finden, Büchertisch gleich inklusive.
Wer mal in der Jakobikirche zu tun hat und einfach das Hauptportal öffnet, wird erleben, dass ständig Leute hereinkommen und sich umschauen. Deshalb bewegt uns schon lange der Wunsch nach einer offenen Kirche. Bisher ist das immer am Personal gescheitert: wer passt auf, wer kann mal ein paar Fragen beantworten oder ist einfach zum Gespräch da. Auch wenn es weiter unser Wunsch bleibt, dass sich ein Team „Offene Kirche“ findet, das sich genau dafür einsetzen will, haben wir - wenn noch ein paar Kleinigkeiten komplettiert sind - als ersten Schritt die Möglichkeit, eine Seitentür zu öffnen und den Besuchern zumindest Zugang in den neuen Raum unter der Empore zu ermöglichen. Damit ist ein Blick in den Kirchenraum möglich, vielleicht werden wir auch noch eine Andachtsecke für Besinnung und Einkehr einrichten, auch das Einspielen von Musik wäre denkbar.
Schließlich und endlich hätten wir hier auch noch einen größeren Ausweich-Gemeinderaum falls der Gemeindesaal einmal nicht zur Verfügung stehen sollte.
Also: eine Fülle von neuen Möglichkeiten, für die wir sehr dankbar sind. Wenn Sie sich auch darüber freuen, freuen wir uns, wenn Sie uns bei der Refinanzierung der vorgestreckten Ausgaben für diese Maßnahmen unterstützen und dazu das Gemeindekonto nutzen.

3. Elektrik und Beleuchtung

Die Sanierung der Elektroinstallation war ein weiteres großes Thema zunächst mal mit dem banalen Ziel, überall ausreichend Strom ohne Sicherheitsrisiko und mit deutlich weniger Kabeln kreuz und quer durch den Kirchenraum zu erreichen. Wir brauchen jetzt zum Staubsaugen keine 20 m Verlängerungskabel mehr und der Beamer geht nicht mehr aus, wenn das Licht oder die Heizung ausgeschaltet werden, Kabeltrommel nebst Zuführung im Kirchenschiff sind verschwunden. Zusätzlich haben wir jetzt 2 Starkstrom-steckdosen im Altarraum für anspruchsvollere Veranstaltungen (haben wir zum Jona-Musical schon gebraucht), sowie einige schaltbare Steckdosen, wo Scheinwerfer angeschlossen werden können, die dann vom Technikplatz angesteuert werden (beim Krippenspiel erstmals voll ausgereizt).
Bei der Neugestaltung der Beleuchtung gab es drei Ziele:
1. ein freundlicher Raumeindruck
2. Die Gesangbücher sollen an jedem Platz und bei jeder Witterung und Tageszeit gut lesbar sein
3. die Akteure im Altarraum sollen gut sichtbar sein

Bei den Zielen 1 und 2 haben wir deutliche Verbesserungen erreicht. Das neu bemalte Gewölbe wird dezent ausgeleuchtet, der Altar ist hell, das Gesamtbild ist mit dem trüben Erscheinungsbild der Vergangenheit nicht mehr zu vergleichen. Bewusst haben wir uns für moderne Leuchtmittel entschieden, die das historische Gebäude zu mehr machen als nur einem Denkmal.
Bezüglich Ziel 3 haben wir die längste Zeit gebraucht, aber nun sind die nötigen Ergänzungsleuchten installiert, so dass z.B. auch am Pult eine gute Beleuchtung gewährleistet ist.
Was ein weiterer Vorteil ist: die Beleuchtung lässt sich nicht nur aus der alten Sakristei, die übrigens jetzt komplett in einen Funktionsraum umgestaltet wurde, schalten, sondern auch per Laptop vom Technikplatz. Also auch während einer Veranstaltung kann die Beleuchtung ständig optimiert werden, viele Lampen lassen sich stufenlos dimmen. Und das alles mit einem weitestgehend selbsterklärenden Schalttablett – Technikteam und Kirchenvorstand sind hier eingeweiht.
Beim nächsten mal geht es dann um die Beschallung inclusive Schwerhörigenanlagen.

4. Besser hören - Beschallung

Auch wenn wir hier vor der eigentlichen großen Sanierung schon einiges machen konnten, hatten wir ja weitere Verbesserungen angekündigt.
Da wäre zunächst die Ergänzung der Lautsprecher durch zwei weitere Kugeln im hinteren Teil des Kirchenschiffes. Dadurch wird vor allem die Sprachverständlichkeit dort sowie auf den Emporen deutlich verbessert. Bei ganz voller Kirche können wir als Unterstützung die alten Tonsäulen auf den Emporen dazunehmen (was sich z.B. beim Konfirmations-Gottesdienst schon bewährt hat).
Gut verstärken kann man nur, wenn auch ein gutes Signal kommt: Dazu braucht es gute Sprecher, die in die richtigen Mikrofone richtig hineinsprechen. Wir wollen uns im Technikteam bemühen, die verschiedenen Sprecher immer wieder darauf hinzuweisen. Nach der positiven Resonanz auf einen Gottesdienst mit Headset (das ist ein Mikrophon, das direkt am Kopf befestigt ist) haben wir uns entschieden, uns ein solches zu leisten. Aus der Nähe vielleicht für den einen oder anderen bei der Pfarrerin optisch noch gewöhnungsbedürftig, aber schon aus der Kirchenmitte kaum noch zu erkennen, bietet es einfach deutliche Vorteile für die Nutzer, die sich frei an jedem beliebigen Ort der Kirche bewegen können, ohne dass die Verständlichkeit darunter leidet. Übrigens: in der Nähe des Mittelganges hört man besser als an den Seiten.
Auch für die Techniker ist manches leichter geworden, auch wenn die Aufgaben gewachsen sind. Statt ein Mischpult schief und halb versteckt seitlich auf der Kirchenbank bedienen müssen, gibt es jetzt mehr Kanäle, um eine Band vernünftig abmischen und Musik von CD/MP3/Stick leichter einspielen zu können. Die Predigtaufnahme hat sich vereinfacht und eine Vielzahl von Details rund um das Mischpult haben sich verbessert.
Ganz wichtig: die Induktionsschleife, die für Schwerhörige deutliche Verbesserungen bietet (s. Kasten), die separate Beschallung des Babykrabbelbereichs unter der Orgelempore hinter Glas und viel weniger herumliegende Kabel.
Unterstützt wird das alles dadurch, dass der Schallschutz zur Straße durch die Schallschutzverglasung deutlich besser geworden ist. Wie schnell man doch vergisst, wie laut es früher manchmal war.
Trotz allem bleibt unsere schöne Kirche ein akustisch anspruchsvoller Raum, wo es nie so klingen wird wie im eigenen Wohnzimmer. Wenn die Sprecher gut die Mikros nutzen, die Techniker ihr bestes geben (wovon Sie ausgehen können!), jeder, der nicht mehr so gut hört, die Unterstützungsmöglichkeiten nutzt und wir in Liebe miteinander umgehen, wenn es mal nicht so gelingt, werden wir viele wohlklingende Gottesdienste miteinander feiern können!

5. Besser sehen - Video Projektor (Beamer)

Bilder, Videos oder Liedtexte an eine Leinwand werfen, das hat man früher mit Tageslichtprojektoren (Polylux) gemacht, seit einigen Jahren haben wir für den Kindergottesdienst Bakigo einen Beamer im Einsatz, den wir gelegentlich auch in der Kirche verwendet haben. Dazu mussten wir dann eine Leinwand aufbauen, ein Brett zwischen den Bankreihen installieren, Stromkabel verlegen und einen Bediener dort postieren. Trotz aller Mühe – wenn die Sonne schien, war nicht wirklich viel zu sehen.
Nach langem Suchen hat das nun ein Ende. Den dunkelsten Platz in der Kirche haben wir für eine Leinwand ausgewählt: Die Fläche über der Kanzel. Obwohl fest installiert und optisch unauffällig, kann sie für besondere Anlässe auch entfernt werden. Der Beamer ist im neu gestalteten Lesepult der Kanzel versteckt, dessen Ablagefläche dadurch etwas höher geworden ist, was bei Nutzung der Kanzel ohnehin von Vorteil ist. Die Steuerung erfolgt vom Technikplatz mit demselben Laptop, der auch für die Beleuchtungssteuerung der Kirche, die Predigtaufnahmen und das Abspielen von CDs und DVDs verwendet werden kann. – Wieder eine Vereinfachung, die im übrigen auch dem leidigen Liedzettelkopieren ein Ende setzt. Und keine Sorge: es wird auch weiterhin Gesangbücher geben.

Matthias Rudloff

Sie erwägen die Anschaffung eines Hörgerätes? Sie besitzen bereits eins?
Achten sie darauf, dass sie eine „T“-Einstellung (für Telefonieren) wählen können. Sie haben dann im gesamten unteren Kirchenschiff durch die Induktionsschleife eine exzellente Übertragungsqualität!
Auch wenn Sie kein Hörgerät haben, aber nicht mehr so gut hören wie früher, können wir Ihnen jetzt etwas ganz besonderes anbieten: Einen Kopfhörer mit Empfangsgerät, durch die Induktionsschleife angesteuert, unauffällig und einfach zu bedienen, ebenfalls mit ganz hervorragender Qualität. Wir haben erstmal ein Gerät angeschafft. Probieren Sie es aus! Sprechen Sie vor dem Gottesdienst den Techniker am Mischpult an; er bereitet alles vor und erklärt es Ihnen gerne. Und wenn Sie dann überzeugt sind und das öfter nutzen möchten, lassen Sie uns darüber sprechen, wie wir ein weiteres Gerät finanzieren können bzw. Sie sich Ihr persönliches anschaffen können. Die Kosten liegen übrigens bei gut 200,00 €.


Freie Presse vom 7.9.2011

Ein Denkmal voller Leben

Die Freiberger Jakobikirche hat zum Tag des offenen Denkmals am 11. September geöffnet. Pfarrerin Gundula Rudloff kann viele Geschichten erzählen.

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Freie Presse vom 10.1.2011

Die Jakobikirche ist nicht mehr wiederzuerkennen

Landesbischof Jochen Bohl hat gestern in Freiberg gepredigt: von der Kanzel der frisch sanierten Jakobikirche.

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Fotoshow Wiedereröffnung
der Jakobikirche

Am Sonntag, 28. November 2010, 1. Advent wurde die Jakobikirche nach 15-monatiger Renovierungszeit mit einem Festgottesdienst feierlich wiedereröffnet.

Fotoshow Wiedereröffnung Jakobikirche


Freie Presse vom 29.11.2010

Jakobikirche glänzt
im Farbkleid

Mit einem Festgottesdienst ist gestern nach 15-monatiger Bauzeit die frisch sanierte Jakobikirche eingeweiht worden.

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Wochenspiegel vom 27.11.2010

Wiedereröffnung
der Jakobikirche

Gemeinde feiert mit Festgottesdienst Ende der Bauzeit.

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Freie Presse vom 16.11.2010

Neugotische Rankenbemalung ziert künftig die Jakobikirche

Die Sanierungsarbeiten in der Freiberger Jakobikirche gehen dem Ende entgegen.
Mit einem Festgottesdienst wird am ersten Adventssonntag die Wiedereröffnung gefeiert.

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Fotoshow Deckenbemalung

Bei den Renovierungsarbeiten der Jakobikirche wird zur Zeit die Deckenbemalung fertig gestellt. Wunderbare Blumenmotive sind dort zu entdecken. Hier ist die Fotoshow.

Fotoshow Deckenbemalung Jakobikirche


Freie Presse vom 30.6.2010

Glockenstuhl hält
noch Jahrzehnte

Geläut der Jakobikirche bleibt im alten Zustand
Die Freiberger Jakobikirche braucht doch keinen neuen Glockenstuhl. Der alte hält der statischen und dynamischen Belastung noch mehrere Jahrzehnte stand.

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Die Jakobikirche in Freiberg

Die alte St. Jakobikirche war als Kirche des Dorfes Christiansdorf, der ersten Besiedlung Freibergs, mit Standort an der heutigen Talstraße/Ecke Pfarrgasse die älteste Kirche der Stadt (um 1160 erbaut). Nachdem im Jahr 1887 erhebliche Bauschäden festgestellt wurden und die Stadt Freiberg das Grundstück für einen Schulbau nutzen wollte, wurde von 1890-92 die neue Jakobikirche an ihrem heutigen Standort errichtet. Mit ihrem markanten 57 m hohen Westturm prägt die Jakobikirche seitdem wesentlich die Silhouette der Bergstadt Freiberg und bildet besonders für Besucher auf ihrem Weg von und nach Dresden das Tor zum historischen Freiberg. Die neue Kirche wurde vom Baumeister Thomas Quentin als neugotische dreischiffige Hallenkirche über einem lateinischen Kreuz mit Chorpolygon errichtet. Der aufstrebende Turm besitzt einen schlanken gemauerten Helm. Das reich ausgestattete Portal enthält Skulpturen von Peter Pöppelmann aus Dresden: links stehen Maria und Martha, rechts Paulus und Jakobus. Über dem Portal thront ein Pelikan als Ausdruck der Liebe Gottes zu den Menschen und der Erlösung durch den Opfertod Christi. Der Innenraum ist als dreijochige Halle weiträumig angelegt und bietet mit mehr als 800 Sitzplätzen, die nahezu alle ungehinderten Blick in den Altarraum bieten, in Verbindung mit einer sehr guten Akustik nicht nur für die klassischen kirchlichen Veranstaltungen einen hervorragenden Rahmen. Der Kirchenraum wird von den schlanken Formen der Gotik bestimmt. Das Mittelschiff überspannt ein Kreuzrippengewölbe, das auf kräftigen Pfeilern mit Vorlage und stilisierten, vegetabilen Kapitellen ruht. Die schmalen Seitenschiffe und das Querschiff sind ebenfalls überwölbt, die Rippen enden hier in Konsolen. Sämtliche Rippen und Arkadenbögen wurden dekorativ aus roten Ziegeln gemauert. Wesentliche Ausstattungsgegenstände aus der alten Kirche fanden in der neuen Umgebung einen angemessenen Rahmen. Bergbaubedingte Senkungen im Baugrund machten im Jahr 2001 eine grundlegende Sanierung der Fundamente erforderlich, die dankenswerterweise mit Unterstützung des Oberbergamtes durchgeführt werden konnten. Die Behebung der durch die Senkung entstandenen Schäden im oberirdischen Bereich und die damit verbundene grundlegende Sanierung der Kirche steht allerdings noch aus. Die Finanzierung bedarf der gemeinsamen Anstrengung aller Beteiligten.

Ausstattung

 
Die Silbermannorgel: In den Jahren 1716/17 baute Gottfried Silbermann nach den Orgeln in der Kirche von Frauenstein und dem Freiberger Dom eine seiner ersten Orgeln in die alte Jakobikirche ein. Sie hat 2 Manuale und 20 Stimmen und ist damit als Silbermannorgel mittlerer Größe einzuordnen. Die Orgel wurde 1892 in die neue Jakobikirche versetzt.
Der Taufstein aus Sandstein ist eine Arbeit des Dresdner Bildhauers Hans Walther aus dem Jahr 1555. Er ist das bedeutendste Werk der Frührenaissance in Freiberg und zeigt in sehr lebendigen Reliefs u.a den Durchzug des Volkes Israel durch das Schilfmeer.
Der Altar ist eines der bedeutendsten Werke des sächsischen Manierismus, er ist also noch in die Renaissance einzuordnen, zeigt aber in den figürlichen Darstellungen deutliche Übergänge zum Barock. Er ist eine Holzschnitzarbeit von Bernhard Dietrich und Sebastian Grösgen aus dem Jahr 1610. Gestiftet wurde er von Kurfürst Christian II. und Kurfürstin Hedwig von Dänemark. Der Altar zeichnet sich durch einen drei-geschossigen Architekturaufbau aus Holz mit einem reichen Schnitzwerk aus. Die figürliche Darstellung ist von außerordentlich hoher Qualität.
Die Kanzel der Jakobikirche.

Foto vor der Renovierung am 9.8.2009 Jakobikirche Chorraum


Die Glocken der Jakobikirche

Die Glocken der Jakobikirche - über dieses Thema hat man mich gebeten, etwas für Gemeinde aktuell zu schreiben. Da ich bisher gar nichts über diese Glocken weiß, sitze ich über einem Stapel alter Akten aus dem Gemeindearchiv und versuche, mich schlau zu machen. Stapelweise Kostenvoranschläge von Glockengießereien, Erläuterungen über elektrische Läutewerke, Zeitungsartikel über Glocken-Einweihungsfeiern und Fotografien aus den 50er Jahren mit einem Lastwagen, der Glocken anliefert. Schier überwältigt von der Flut der Dokumente frage ich mich, wer hat die Glocken eigentlich erfunden? Sie müssen sehr alt sein, denn schon frühromanische Kirchen haben Glockentürme. In der Spätantike stand der Turm frei von der Kirche, wie sich noch an vielen Beispielen, z.B. in Italien erkennen lässt. Aber seit wann gibt es dann die Läutewerke? Ein erster Versuch mit Griff ins Bücherregal Architektur - Romanik, liefert zwar Informationen über Glockentürme, aber kein Wort zu den eigentlichen Glocken. Der zeitgenössische Mensch würde nun im Internet nachschauen. Ich blättere dagegen weiter munter in den alten Papieren und werde überraschend schnell fündig: Eine kleine Broschüre vom Ende des 19.Jh. schildert nach dem Abdruck von Schillers Die Glocke die Geschichte und das Herstellungsverfahren für Glocken -spannend!

Nach der Legende sei Pontius Meropius Paulinos im 5.Jh. durch einen Wald gegangen und habe beim Anblick der Glockenblume die Idee zur Herstellung metallischer Glocken gehabt. Vermutlich verwendeten schottische Klöster seit dem 6. Jh. Glocken. Im Jahre 1100 berichtet der Mönch Theophilus aus Westfalen über die Technik des Glockengusses. Wie werden nun Glocken hergestellt? Auch hierüber gibt das Heftchen präzise Auskunft: Der Kern der künftigen Glocke wird aus Ziegelsteinen aufgemauert, die mit einer Lehmschicht überzogen werden. Der Kern wird mit Talg bestrichen und aus Lehm die eigentliche spätere Glocke - die so genannte Dickung - darüber geformt. Inschriften und Verzierungen werden aus Wachs auf die Dickung aufgeklebt. Die Dickung wird mit Fett bestrichen und darüber aus Lehm der Glockenmantel aufgebracht. Um die Dickung zu entfernen und einen auszugießenden Hohlraum zu schaffen, wird der Mantel angehoben, die Dickung zerschlagen und der Mantel mit entsprechendem Hohlraum wieder über dem Kern platziert. In den Hohlraum wird nun das geschmolzene Metall - häufig Bronze- gegossen. Nach der Abkühlung wird der Mantel entfernt und die Glocke lässt sich vom Kern abheben.

Die Broschüre lehrt auch, dass die größte Glocke der Welt eine Masse von 190 t aufweist und sich in Moskau befindet. Die Kaiserglocke im Kölner Dom von 1876 bringt es immerhin noch auf eine Masse von 26 Tonnen. Nachdem wir soviel über Glocken im Allgemeinen erfahren haben, nun zu den Glocken der Jakobikirche: Die Jakobikirche wurde 1890 bis 1892 erbaut. Die romanische Vorgängerkirche war baufällig und nach einiger Diskussion in den 80er Jahren des 19.Jh. über zu treffende Maßnahmen wurde deren Abriss und ein Neubau beschlossen, Die Fotografie in Abb. 1 zeigt die Glocken der alten Jakobikirche, aufgenommen im Jahre 1890. Was mit diesen Glocken geschah, ist nicht bekannt. Verschiedene Ausschnitte aus dem Freiberger Anzeiger und Tageblatt schildern ausführlich die Grundsteinlegung der neuen Jakobikirche 1890, das Richtfest des Turmes 1891 und schließlich die Einweihungsfeier der neuen Kirche im Jahre 1892. Die Jakobi- Gemeinde durfte in den Jahren 1887 - 1892 ihre Gottesdienste in der Nikolaikirche feiern. Im Jahre 1892 erhält die Jakobikirche auch drei neue Bronze-Glocken in den Tönen H, Dis und Fis:

  • Die große Glocke: 45 Zentner, Inschrift: Ehre sei Gott in der Höhe!
  • Die mittlere Glocke: 23 Zentner, Inschrift: Friede auf Erden!
  • Die kleine Glocke: 13 Zentner: Inschrift: Den Menschen ein Wohlgefallen!

Die Glockenweihe fand am 27. Januar 1892 statt. Vom feinen Kulturgeschmack jener Zeit zeugt auch das musikalische Programm der Nachfeier der Jakobiglocken- weihe: Außer Schillers Lied von der Glocke mit Musik von K. Stör wurde u.a. die As-Dur Polonaise von Chopin auf einem Bechstein-Flügel dargeboten. Diese Nachfeier muss großen Anklang gefunden haben, finden sich doch viele positive Kritiken hierüber in den alten Unterlagen.
Während der beiden Weltkriege wurden im Zuge der Metallknappheit auch Kirchenglocken beschlagnahmt. So erhält die Jakobigemeinde 1917 die Aufforderung, die beiden kleineren Glocken abzugeben. Es finden sich Einsprüche der Gemeinde von 1918 gegen diesen Erlass, die offenbar Erfolg zeigen: Die Jakobi-Kirche darf ihre drei Glocken behalten.
Weniger Glück hat die Kirche leider im Jahre 1940. In einer Liste an den Herrn Landesdenkmalpfleger müssen die Glocken der Jakobi- Kirche angegeben werden mit dem Hinweis, dass bisher keine Glocken der Jakobi-Gemeinde abgegeben worden seien. Einige Zeit später folgt eine Anordnung zur Glockenabnahme wegen Beschlagnahmung der Bronzeglocken. Hier wird die Abnahme der großen und der mittleren Glocke gefordert. Dass dies auch wirklich geschah, belegt eine Bescheinigung über deren Abnahme vom 13. Januar 1942. Darin wird erwähnt, dass die Glocken aus technischen Gründen für die Abnahme zerschlagen wurden und keine Schallplattenaufnahmen vom Klang der Glocken vorher angefertigt worden seien. Ein vertraulicher Runderlass vom 11. Dezember 1941 an die Kirchen- vorstände schreibt vor, dass Glockenabnahmefeiern zu unterlassen seien! Die Gemeinde darf somit nur die kleine Glocke behalten. Und wie geht die Geschichte weiter? Wie kam die Jakobikirche wieder zu ihren drei Glocken? Auch hier wird man in den Archiven fündig: Am 24. Oktober 1952 wird ein Liefervertrag mit der Gießerei Schilling in Apolda geschlossen zur Lieferung von zwei Glocken:

  • Einer großen Glocke mit einer Masse von 2000 kg, Ton Es
  • Einer kleinere Glocke mit 800 kg, Ton As.

Es ist interessant zu lesen, dass die Glocken per Gewicht bezahlt wurden, genau 2 DRM/kg. Die Weihe der neuen Glocken findet am 6. April 1955 statt. Diese Glocken befinden sich auch heute noch auf dem Turm der Jakobikirche und haben im nunmehr vergangenen Jahr ihren 50. Geburtstag gehabt. Wir wünschen ihnen auch weiterhin alles Gute und dass sie noch lange zur Ehre Gottes ihr Geläute erklingen lassen!

Bernd Bitnar


 
 
   

Herzlich willkommen bei der:

Ev.-Luth. Jakobi-Christophorus-
Kirchgemeinde Freiberg
Beutlerstr. 5
09599 Freiberg
Telefon 03731 696814

Wegbeschreibung Jakobikirche
Wegbeschreibung Kapelle Zug

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Belegung der Gebäude an den Wochentagen siehe:
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