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Gemeinde aktuell 2/3 2012


PDF Dokument Gemeinde aktuell


Mechthild von Magdeburg

Am 26. Februar gedenken wir des 730. Todestages einer bedeutenden Frau des Mittelalters: Mechthild von
Magdeburg. Die Zeit, in der sie lebte, ist so ganz anders als die unsere und ihr Leben unterscheidet sich sehr von dem unseren. Und doch kann ihr Tun und Reden uns „Heutigen“ Impulse für unser Leben geben.
Mechthild von Magdeburg wird vermutlich 1207 als Adlige auf einer Burg in der Nähe Magdeburgs geboren. Sie ist sehr gebildet, gewandt im Umgang mit der höfischen Sprache, sie kennt die zeitgenössische Literatur und Musik.
Von tiefer Frömmigkeit geprägt erlebt sie mit 12 Jahren ihre Berufung: Sie hat eine Vision, bei der sie ganz vom Licht Gottes erfüllt wird. Diese Gottesbegegnung verändert sie, lässt sie ihr bisheriges Leben hinterfragen und führt sie zu ihrer Lebensaufgabe. Mit ca. 20 Jahren verlässt sie die
Sicherheit der Burg und die Geborgenheit ihrer Familie, „um der Liebe Gottes willen“. Sie geht nach Magdeburg in die Elendsviertel und schließt sich einer Beginengemeinschaft an. Damit schloss sie sich der Armutsbewegung an, die innerhalb der Kirche des 12./13. Jahrhunderts als Reaktion auf Macht und Reichtum in der Kirche aufkam. Viel Anfeindung erfuhr sie, weil sie für die damalige Zeit ungewöhnlich eigenständig war und zum Beispiel lesen, schreiben, unterrichten konnte. Sie verstarb 1282 in Helfta.
Mechthild von Magdeburg gilt als eine der bedeutendsten Vertreterinnen der Frauenmystik der damaligen Zeit. Über das Gebet schrieb sie:

„Das Gebet hat große Macht,
das ein Mensch verrichtet
mit seiner ganzen Kraft.
Es macht
ein bitteres Herz süß,
ein trauriges Herz froh,
ein armes Herz reich,
ein törichtes Herz weise,
ein zaghaftes Herz kühn,
ein schwaches Herz stark,
ein blindes Herz sehend,
eine kalte Seele brennend.“

Ich wünsche Ihnen, dass Sie im gemeinsamen Gebet in Gemeinde und beim Beten zu Hause darauf vertrauen, dass Gott Sie hört und in Ihrem Leben handeln wird!
Es grüßt Sie herzlich Ihre Margitta Richter


Für die Jakobikirche suchen wir einen

„Hausmeister mit Herz“,

der handwerklich begabt ist, einen Blick für das Ganze und Liebe zum Detail hat, sich für ein historisches Gebäude begeistern kann, selber sieht, was anliegt, gerne mit anderen Menschen zusammen arbeitet, sich aber auch alleine motivieren kann.

Aufgaben sind u.a.:
• Selbständige Durchführung von Reparaturen und kleineren Baumaßnahmen in der Kirche und im Außenbereich
• Ein Blick für die Gebäude, um Hinweise auf größeren Reparaturbedarf geben zu können
• Pflege der Außenanlagen (mit Unterstützung ehrenamtlicher Mitarbeiter)
• Vorbereitung und Anleitung von Arbeitseinsätzen mit ehrenamtlichen Mitarbeitern
• Ansprechpartner bei Veranstaltungen (Aufschließen, Licht und Strom erklären, Bestuhlung anpassen, Aufräumen danach, ...)
Nicht dazu gehören: Bedienung und Pflege der technischen Ausstattung (Audio, Beamer, Scheinwerfer, ...); Turnusmäßige Reinigungsarbeiten; Küsterdienste in den Gottesdiensten.
Zeiteinsatz: 8-10 Stunden/Woche (geschätzt)
Fühlen Sie sich angesprochen oder können Sie uns einen Hinweis auf jemanden geben, der dafür in Frage käme? Telefon 03731 696814


Aus dem Kirchenvorstand

► In dem landesweiten Diskussionsprozess um die Zulassung von gleichgeschlechtlichen Partnerschaften im Pfarrhaus (§39 des Pfarrerdienstgesetzes spricht von „familiärem Zusammenleben“) haben wir uns mit folgender Bitte an die Kirchenleitung und die Landessynode positioniert: wir bitten darum, dass die Synode auf ihrer Frühjahrstagung keinen Beschluss zu offiziellen Regelungen dafür fassen möge. Um der Einheit der Kirche willen und von der Sache her halten wir gleichgeschlechtliche Partnerschaften im Pfarrhaus nicht für angemessen.

► Im Zuge unseres Weges der Gemeindebegleitung haben wir unsere Vision formuliert, die demnächst auch in schriftlicher Form in unseren Kirchen und Gemeindehäusern erscheinen soll. Wir glauben, dass es wichtig ist, vor Augen zu haben, was uns wichtig ist und motiviert,
Gemeindeleben zu gestalten:

Wir sind lebendige christliche Gemeinde, indem wir die von Gott geschenkten Möglichkeiten einbringen. Wenn alle das tun aus der Überzeugung: „Ich bin ein Teil des Ganzen“, werden wir in Gemeinde mehr und mehr erleben, wie Gott in der Kraft des Heiligen Geistes Gemeinschaft, Hilfe, Heilung wirkt. So werden wir Ausstrahlungskraft auf die Menschen unserer Umgebung und unserer Stadt haben.

► Auch als eine Auswirkung der bisherigen Gemeindebegleitung haben wir ein „Visionsteam“ neu gebildet, wo wir uns als Aufgabe setzen, die
Vision mit Leben zu füllen. Die 6-8 Personen (wir sind noch dabei, uns ganz zu finden) sind zur Hälfte aus dem Kirchenvorstand.


Evangelisches Studienwerk

Liebe jetzige und zukünftige Studierende der Gemeinde, kennt ihr eigentlich das Evangelische Studienwerk?
Erfahrungsgemäß ist es vielen unbekannt – verwunderlich und schade, denn das Studienwerk bietet neben der Hilfe zur Studienfinanzierung ein Betreuungs- und Mitgestaltungsangebot, das seinesgleichen sucht.
Seit März 2010 bin ich Stipendiatin des Evangelischen Studienwerks Villigst, wie das Studienwerk mit vollem Namen heißt, und möchte es euch im Folgenden kurz vorstellen.
Das Evangelische Studienwerk wurde 1948 gegründet und begann seine Arbeit mit sehr wenigen Stipendiaten und Stipendiatinnen.
Heute werden über 1000 Studierende und rund 250 Promovierende gefördert. Im Leitbild des Studienwerks ist festgeschrieben, dass die geförderten Studenten in ihrem lebendigen christlichen Glauben unterstützt werden sollen – lebendig, das heißt, sie sollen nicht nur der „frommen Innerlichkeit“ verpflichtet sein, sondern sich auch aktiv am Weltgeschehen beteiligen, verbessern und verändern, wo sie können. Dies bedeutet in erster Linie: Vielfalt mit einem roten Faden, und der ist in Villigst durch die Betreuung und Beteiligung der Studierenden aus vielen unterschiedlichen Fachrichtungen gegeben. Die Mitbestimmung wird im Studienwerk groß geschrieben. Es gibt stipendiatische Gremien und Vertreter der Studierenden sitzen sogar im Vorstand und Kuratorium, sind beteiligt am Auswahlverfahren der neuen Stipendiatinnen und Stipendiaten und bereiten in einem eigenen Gremium, dem sogenannten Programmausschuss, den für mich schönsten Teil der Villigster Förderung vor: die Sommeruniversität. Jedes Jahr werden für die Stipendiatinnen und Stipendiaten mehrtägige Seminare angeboten, die von renommierten Referenten gehalten werden. Alle Seminare stehen unter einem Jahresthema – dieses Jahr lautet dies „überBrücken“. Dies wird aus verschiedenen Blickwinkeln beleuchtet; Brücken zwischen Arm und Reich werden ebenso erörtert wie eine Friedens“brücke“ zwischen Palästinensern und Israelis oder die Transzendenz in der Musik Johann Sebastian Bachs.
Die Stipendiatinnen und Stipendiaten sind in ihren Studienorten zu regionalen „Konventen“ zusammengefasst. Sie treffen sich mehr oder weniger regelmäßig, um über Fragen zu diskutieren, die das Studienwerk betreffen können, aber nicht müssen – oder auch zum Feiern, Wandern oder auf einen Museumsbesuch. Im Studienwerk in Villigst selbst gibt es Studienleiterinnen und Studienleiter, zu denen die Studierenden jederzeit Kontakt aufnehmen können, wenn sie Beratungsbedarf haben. Ebenso gibt es dort eine eigene Pfarrstelle. Das Studienwerk ist mir sehr ans Herz gewachsen. Natürlich spielt bei der Bewerbung die finanzielle Förderung eine große Rolle, aber je länger ich
Stipendiatin bin, desto mehr erlebe ich Villigst als lebendige Gemeinschaft, als Ort, an dem ich Dinge lerne und Menschen treffe, die ich sonst nie kennen gelernt hätte und die mein Leben ungemein bereichern. Auch meine zwei Kinder wachsen durch die Kinderbetreuung, die bei allen Villigster Veranstaltungen angeboten wird, ein bisschen mit dem Studienwerk auf.
Vielleicht habe ich ja ein wenig eure Neugier geweckt? Ich kann nur ermutigen, sich beim Evangelischen Studienwerk zu bewerben.
Es kommt nicht auf einen gebügelten Lebenslauf mit perfekten Referenzen an, in Villigst zählt der Mensch mit seiner Persönlichkeit. Bewerben können sich Hochschulstudierende bis zum 5. Fachsemester. Nachgewiesen werden müssen u.a. durch Gutachten sowohl die fachliche Eignung für das Studienfach als auch das gesellschaftliche Engagement.
All dies kann man in Ruhe nachlesen unter www.evstudienwerk.de

Bis bald in Villigst? Johanna Steinborn


Wie fand ich den Weg zu meinem Beruf?

Nach dem Abitur auf dem Technischen Gymnasium Balingen hatte ich eigentlich nur zwei Berufsvorstellungen: Graphik-Designer oder Architekt. Mein Beruf sollte meine kreativen, gestalterischen Gaben mit den handwerklichen vereinen. Das war vor meiner Zivildienstzeit. Ehrenamtlich war ich Mitarbeiter in einer Jugendgruppe und einem Jugendbibelkreis.
Im Zivildienst im Ev. Feriendorf Tieringen (www.feriendorf-tieringen.de) war ich in die Kinder-, Jugend- und Familienarbeit eingebunden. Wir machten neben dem normalen Zividienst christliche Ferienprogramme.
In dieser Zeit habe ich immer wieder Gott im Gebet gefragt:
Wo geht mein Weg hin? Jesus, was ist dein Wille für mein Leben?
Zusätzlich informierte ich mich während dieser Zeit über Studienmöglichkeiten und redete mit vielen Leuten, aber es ergab sich nichts Konkretes. Keine „Tür ging auf“. Irgendwann wurde mir durch Gottes Reden und meinen Dienst im Feriendorf klar: Es geht in eine andere Richtung.
Gott möchte mich zum hauptamtlichen Dienst im Reich Gottes führen! Nun begann eine neue Inforunde. Ich besuchte verschiedene Ausbildungsstätten, u.a. auch das Ev. Stift in Tübingen. Letztendlich führte er mich aber nach Wuppertal ins Johanneum (www.johanneum.net). Dort machte ich die theologische Fachausbildung zum Jugendreferenten.
Inzwischen übe ich diesen Beruf schon seit vielen Jahren aus und erlebe immer wieder Gottes wunderbare Führung. Meine kreativen und handwerklichen Gaben kann ich dabei übrigens gut einbringen.
Für alle, die in Entscheidungssituationen stehen, hier mein Tipp:
Das wichtigste ist, dass wir Gott suchen im Gebet, denn er kann uns nur führen, wenn wir mit ihm in engem Kontakt stehen. Wir sollten auf seine „offenen und geschlossenen Türen“ achten. Außerdem ist das Einholen von Informationen aller Art und gute Gespräche mit geistlichen Freunden, Leitern und Beratern wichtig.
Frank Herter


Einfach kein Zufall!

Über ihre Leidenschaft für Kunst, Kultur und Gemeinde unterhielt sich Gundula Rudloff mit Falk-Uwe und Rosemarie Keil.

Vorneweg: Was fällt euch eigentlich als erstes ein, wenn ihr an unsere Gemeinde denkt?
Rosemarie: dass man sich einbringen und schnell eine Aufgabe bekommen kann.
Falk-Uwe: Gemeinschaft, Heimat, dass ich mich im Gottesdienst zu Haus fühle und dass man mit Jung und Alt Kontakt haben kann, z.B. auch nach den Gottesdiensten beim Kirchen-Cafe.

Sich bei den verschiedensten Gelegenheiten mit ihren Gaben in die Gemeinde einzubringen - seien es Gemeindekreise, Gemeindefeste oder Krippenspiele – das ist einfach typisch für Falk-Uwe (61) und Rosemarie Keil (60). Beide haben bereits aktiv im Team „Kirche im Abendlicht“ mitgearbeitet, bevor sie seit 2006 „offizielle“ Gemeindeglieder wurden und gehören seit über 10 Jahren einem „übergemeindlich besetzten“ Hauskreis an.
Seit 1985 leben sie wieder in Freiberg bzw. Halsbach. Falk-Uwe leitet die Qualitätssicherung in einem Werk zur Herstellung von Feuerwerk, Rosemarie war zuletzt in einer Krankenkasse tätig. Sie haben eine erwachsene Tochter.

Rosi, dich sehe ich vor meinem inneren Auge mit einem Buch in der Hand, Falk-Uwe, dich mit einer Kamera. Erzählt doch mal etwas von euren Freizeit-Leidenschaften!
Rosemarie: Uns verbindet schon immer ein großes Interesse an Kunst und Kultur. Wir sind Kunstgenießer in verschiedener Hinsicht: Ausstellungen, Musik, Theater.
Falk-Uwe: und wir sind auch schon immer bestrebt, selbst etwas Künstlerisches zu machen. Musik machen können wir aber leider nicht, Sport ist auch nicht so mein Ding; wir mussten uns was suchen, was geht. Ich habe mal etwas gezeichnet und verschiedenes Kunsthandwerkliches ausprobiert, aber so richtig war es das nicht.
Mein Schwiegervater war Fotograf und auf diese Weise bin ich schließlich zur Fotografie gekommen – mit eigener Dunkelkammer.
An der Bezirkskulturakademie in Cottbus habe ich eine Ausbildung gemacht und dann einen Fotoclub geleitet. Das war das Gute in der DDR: es wurde viel für Kultur getan. Gern erinnere ich mich noch an Radtouren während meiner Zeit als Lehrer, wo wir unterwegs mit Schülern gezeichnet und fotografiert haben.
Rosemarie: Schon seit der Kindheit habe ich Literatur geliebt. Mit 9 oder 10 Jahren habe ich das erste Gedicht verfasst und mein Vater hat mich gefragt: Wo hast du das abgeschrieben?
Ich habe auch gern Aufsätze geschrieben, später bei literarischen Wettbewerben erfolgreich mitgemacht. Dank einer sehr guten Deutsch-Lehrerin in der EOS gehörte ich zu einer Rezitatoren-Gruppe, wo wir zu gesellschaftlichen und kulturellen Anlässen Texte und Gedichte gesprochen haben. Das hat mir viel Spaß gemacht und ich habe dabei viel gelernt.
Falk-Uwe: In der Zeit, wo wir in der Nähe von Weißwasser wohnten, haben wir auch mal einem Keramik-Zirkel angehört und ich habe Schmuck gestaltet. Bei den Sorben gewann ich sogar mal einen Preis für ein typisch sorbisches Osterei.
Rosemarie: Und ich war viel mit Handarbeiten und künstlerischer Textilgestaltung beschäftigt. Richtig mit Schreiben ging es bei mir Anfang der 80-er Jahre los.
Wir waren damals ein paar Tage in Weimar, Falk-Uwe hat fotografiert und ich schrieb Reise-Impressionen. Daraus machten wir dann ein „Büchel“, denn Falk-Uwe hat schon damals gern etwas mit Bildern gestaltet. Wir haben eigentlich immer zusammen gearbeitet, weil wir uns gegenseitig die besten Kritiker sind.
Mein Herz schlägt besonders für Ostpreußen, die Heimat meiner Vorfahren. Ein Buch darüber ist fertig und an zwei Projekten arbeite ich gerade: an einer Dorfchronik über den Ort, wo meine Großeltern gelebt haben. Das ist sehr aufwändig, aber auch spannend, weil es viele Kontakte bedeutet und weil ich sogar mir bisher unbekannte verwandtschaftliche Beziehungen entdeckt habe.
Das zweite Projekt sind fiktive Briefe an meinen Großvater, den ich nie kennen gelernt habe, weil er auf der Flucht während des Krieges verschollen ist.

Die Leidenschaft für Gemeinde ist euch ja im Unterschied zu manchen anderen Begabungen nicht in die Wiege gelegt worden. Wie kam es dazu?
Falk-Uwe: Als Lehrer in der Lausitz war ich ja in besonderer Weise mit der SED-Parteilinie konfrontiert. Auffällig war mir aber damals, dass die anständigen und auch gebildeten Kinder meist Christen waren. Das gab mir zu denken. Im Lehrerzimmer gab es manche bösartigen und giftigen Bemerkungen über den Pfarrer, der engagierte und gute Jugendarbeit machte. Da habe ich gemerkt: bei den Christen ist was los. Und dann haben wir etwas miterlebt, was wir bis heute toll finden: der Pfarrer hat angefragt, ob er in einem Schulraum Christenlehre halten dürfe, was natürlich abgelehnt wurde. Da hat er einfach in seinem Auto vor der Schule Christenlehre gemacht: seinen Wartburg mit Schülern vollgeladen, seine Geige ausgepackt und gespielt. Das war überzeugend, dass sich jemand so für seine Sache einsetzt. Das war die erste bewusste Begegnung mit einem Christen.
Rosemarie: Meine ersten Berührungen mit Christen waren eher unattraktiv. Ich bin z.B. in der Grundschulzeit mal entgegen der Überzeugung meiner Eltern zu einem kirchlichen Kinderkreis mitgegangen und weiß noch, dass ich überhaupt nichts begriffen habe. Oder ich denke an eine Mitschülerin an der EOS, die Christ war, aber dann in einem Aufsatz eine völlig andere Position vertreten hat. Das fand ich unglaubwürdig.
Oder da war eine Mitstudentin, von der ich mal was zur Bedeutung des christlichen Glaubens erfahren wollte; aber die konnte das auch nicht
erklären. Ganz anders wurde das erst nach der Wende. Anfang der 90-er Jahre hatten wir die Möglichkeit, in die Alpen zu fahren und da haben wir über viele Jahre immer wieder eine Christin getroffen, bei der uns besonders beeindruckt hat, dass sie so dankbar für alles sein konnte.
Inzwischen lebten wir ja in Freiberg und waren auch ab und zu, z.B. Weihnachten, im Dom. Das Schlüsselerlebnis für mich hing eigentlich mit unserer Tochter zusammen.
Da gab es manches Schwierige in der Zeit und bis heute scheint es mir wie eine Eingebung gewesen zu sein, dass ich eines Tages dachte: frag mal im Dom nach, ob es da was für Jugendliche gibt. Und tatsächlich hat sie dort Anschluss und Hilfe gefunden. Das war ein großer Segen für uns alle.
Später wollte sich unsere Tochter taufen lassen und das wurde uns beiden dann zum Anlass, unsere Konfirmation nachzuholen, denn wir waren beide als Säuglinge getauft worden.
Wir haben den „Familienunterricht“ bei Pfr. Fischer noch in sehr guter Erinnerung. Aber die Taufe von Verena ging unserer Konfirmation voraus! Ganz wichtig wurde uns dann der Hauskreis. Als jemand uns dazu einlud, haben wir nur schüchtern zurückgefragt: Hauskreis – was ist das?
Die Antwort war: Kommt doch mal vorbei! Und wir sind bis heute dabei geblieben! Da gibt es die intensivsten Gespräche über Glaubensfragen.
Das Erstaunliche ist, dass wir den Kreis stets bereichert verlassen, weil alle ihre Gedanken und Erfahrungen einbringen.
Und ganz wichtig ist das Gefühl: da kann man einander vertrauen, sich öffnen, keiner lacht einen aus.
Zu unserem 30. Hochzeitstag 2002 haben wir uns übrigens entschieden: jetzt lassen wir uns trauen! Das war eine ganz schöne Feier zusammen mit unserem Hauskreis!

Wenn ihr jetzt in Bezug auf Gemeinde den Satz hört: Ich bin ein Teil des Ganzen – was heißt das für euch?
Rosemarie: Ich fühle mich so! Für mich hat das damit zu tun, andere Leute kennen zu lernen und dann zu entdecken: wir sind so etwas wie Mosaiksteinchen und was dabei rauskommt, wenn wir was gemeinsam machen, funktioniert tatsächlich. Das erlebe ich zum Beispiel bei „Kirche im Abendlicht“ so oder auch beim Krippenspiel.
Falk-Uwe: Für mich ist das ganz selbstverständlich: was zu tun, wo ich mich mit meinen Gaben einbringen kann. Da fühle ich mich als Teil des Ganzen.
Rosemarie: Bei „Teil des Ganzen“ denke ich auch an das Miteinander der Gemeinden unserer Stadt und daran, dass man die Kräfte noch besser bündeln und so sicher auch Finanzen sparen könnte.

Viele Menschen aus eurer Generation sind der Kirche gegenüber ja sehr distanziert. Was könnte ihnen helfen, offener zu werden?
Rosemarie: Einige haben sich schon mal zu Kirche im Abendlicht einladen lassen.
Falk-Uwe: oder auch Heiligabend zum Krippenspiel. Da habe ich gesagt: Da mache ich mit. Ungewöhnliche Aktionen wie der „Halsbacher Advent“, den Ute Böhm initiiert hat, machen auch neugierig.
Rosemarie: Wir hätten nie gedacht, dass so viele kommen würden, um sich an den Adventssonntagen vor verschiedenen Fenstern des Ortes zu treffen, um zu singen und etwas über den Advent zu hören.
Als es vor unserm Fenster war, konnten wir auch eine Karte mit einem biblischen Inhalt mitgeben. Das war eine tolle Aktion!
In dem Zusammenhang muss ich an meinen Konfirmationsspruch denken. Wir haben uns beide die Sprüche selbst ausgesucht:

Wenn ihr Glauben habt wie ein Senfkorn, so könnt ihr sagen zu diesem Berge;
Heb dich dorthin! So wird er sich heben; und euch wird nichts unmöglich sein.

(Matthäus 17.20)

Rückblickend kann ich nur sagen: vieles in unserem Leben war einfach kein Zufall. Gott hat mir geholfen, Berge zu versetzen!
Falk-Uwe: Mein Spruch heißt:

Ich bin bei dir, dass ich dir helfe und dich errette, spricht der Herr.

(Jeremia 15,20)

Mir ist daran wichtig: Jesus ist immer für mich da; ich muss seine Hilfe nur annehmen.
Danke für das Gespräch! Und viel Freude weiterhin beim Einbringen eurer vielfältigen Gaben! Ich wünsche euch, dass ihr spürt, wie ihr ein unersetzlicher Teil des Ganzen seid!


Freiberger Pfadfinder

Wenn ihr eine Freizeitbeschäftigung sucht, die euch Spaß macht, die euch Orientierung gibt und die euch im Leben weiter bringt, dann meldet euch bei den Pfadfindern an oder schaut einfach einmal unverbindlich vorbei. Wir freuen uns auf euch!

Meute Falke (6-11 Jahre)
Ronny Dietrich, Tel. 6959574
Thomas Neuber, Tel. 6959172
Treff: Mittwochs 17:30 Uhr
Untermarkt 5 (im Pfadikeller)

Meute Eisbären (12-18 Jahre)
Oliver John, Tel. 218118
Treff: Donnerstags 17:00 Uhr
Untermarkt 5 (im Pfadikeller)


Zu guter Letzt: Wer hat noch alte „Kirchenblätter“, die er dem Freiberger Stadtarchiv zur Verfügung stellen könnte? Frau Dr. Lorenz fragte wegen folgender Ausgaben an, die im Stadtarchiv fehlen und die sie gern vervollständigen würde: Jakobi 1994 5/6; 1997 4/5; Christophorus: 1998, 4. Quartal.
Das Redaktionsteam freut sich über Rückmeldung!

 
 
   

Herzlich willkommen bei der:

Ev.-Luth. Jakobi-Christophorus-
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Beutlerstr. 5
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Telefon 03731 696814

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