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Gemeinde aktuell 12 2011/ 1 2012


PDF Dokument Gemeinde aktuell


Das neue Kirchenjahr:
Einladung zum Glauben!

Haben Sie schon mal entdeckt oder sich gefragt, warum die farbigen Behänge an Altar und Kanzel (oder am weißen Talar der Pfarrerin) manchmal wechseln; warum zu bestimmten Zeiten Lieder einer bestimmten Gesangbuch-Kategorie verstärkt gesungen werden und Predigtthemen eine bestimmte Richtung haben; warum die Gottesdienstordnung nicht immer die selbe ist und ob das alles Zufall oder gewollt ist? Am 1. Advent, also gerade, wenn Sie das neue Gemeinde-aktuell im Briefkasten gefunden haben (oder in den nächsten Tagen finden werden) hat das neue Kirchenjahr begonnen. Als Christen sind wir also der Jahreswende zu Silvester sozusagen immer schon etwas voraus! Darum ein paar Anmerkungen oder Anregungen zum Heben eines besonderen Schatzes unserer Kirche, dem Kirchenjahr.
Das Kirchenjahr ist eine Anleitung, vielmehr eine Einladung, sich auf Gottes Geschichte mit uns Menschen einzulassen. Und es ist eine Einladung, diese Geschichte mit dem Ablauf des Jahres zu verbinden.
Im „Durchlauf“ eines Kirchenjahres mit den besonders ausgewählten Bibelstellen des alten und neuen Testamentes, mit den Psalmen und den Liedern wird auf vielfältige Weise lebendig, was uns die Bibel als wesentlichen Grund unseres Glaubens bezeugt: Die Treue Gottes zu seinem Bundesvolk Israel, das Leben von Jesus mit seinen Worten und Taten, seinem Sterben und Auferstehen und das Wirken des Heiligen Geistes in den ersten christlichen Gemeinden.
So ist jedes Kirchenjahr eigentlich ein Glaubenskurs.
Und wenn wir mit dem neuen Kalenderjahr auch wieder zum Glaubens-Kurs (siehe S. 24) einladen, dann ist das nur eine komprimierte Möglichkeit, Lebens- und Glaubensfragen auf die Spur zu kommen. Wir freuen uns, wenn Sie dabei sind!
Wir freuen uns auch, Sie in unseren Gottesdiensten begrüßen zu dürfen. Selbst, wenn alles irgendwie in den großen Zusammenhang des Kirchenjahres gehört, legen wir großen Wert darauf, dass jeder Gottesdienst für sich genommen vom Thema und der Gestaltung her nachvollziehbar ist – für alle, auch für die, die einfach mal „reinschnuppern“ wollen oder zufällig vorbeikommen.
Die christlichen Feste strukturieren das Kirchenjahr: es beginnt mit dem Weihnachtsfestkreis, mündet nach der Epiphaniaszeit und der anschließenden Passionszeit in den Osterfestkreis, woran sich über Himmelfahrt und Pfingsten das Trinitatisfest anschließt, auf das die lange „festlose“ Zeit danach folgt. Unterbrochen vom Erntedankfest und dem Reformationstag endet das Kirchenjahr mit dem Ewigkeitssonntag (Totensonntag), bevor es neu mit der Adventszeit beginnt.
Dass dabei die Kirchenjahreszeiten von Jahr zu Jahr etwas unterschiedlich lang sind, ergibt sich aus dem variablen Ostertermin.
Jeder Sonntag hat einen Namen, der bei der Eröffnung des Gottesdienstes normalerweise genannt wird und den Platz im Kirchenjahr markiert. Der Name ist entweder eine Zählbezeichnung (z.B. erster, zweiter Sonntag im Advent) oder ein lateinisches Wort, das am Anfang des Psalmes steht, der der „Wochenpsalm“ ist (z.B. „Judika“ heißt übersetzt „Schaffe mir Recht“ Ps 43,1).
Zu dem Namen des Sonntags gehört auch ein Thema, das in den biblischen Lesungen, der Predigt und den Liedern entfaltet wird.
Schließlich gehört zu jeder Kirchenjahreszeit eine liturgische Farbe. Weiß wird als Farbe des Lichtes und der himmlischen Herrlichkeit für die „Christusfeste“ Weihnachten und Ostern verwendet. Rot ist die Farbe des Feuers und der Liebe und hat entsprechend zu Pfingsten, zur Konfirmation und am Reformationstag seinen Platz. Violett ist die Farbe der Vorbereitung und Umkehr in der Advents- und Passionszeit, schwarz die Farbe der Trauer am Karfreitag. Grün als Farbe der Schöpfung und der Hoffnung steht für die übrigen Zeiten.
Haben Sie Lust bekommen, selbst auf Entdeckungsreise zu gehen?
Herzlich grüßt Sie und wünscht Ihnen einen gesegneten Weg durch das neue Kirchenjahr.
Ihre Gundula Rudloff


Aktuelles aus dem Kirchenvorstand

Weihnachtsgottesdienste
Aus den Kollekten über die Weihnachtsgottesdienste wollen wir für den Fassika e.V. spenden. Über die Arbeit von Pfr. Mathias Franke können wir auf diese Weise helfen, der vielfachen Not in einem der ärmsten Länder der Welt, Äthiopien, zu begegnen (siehe Gemeinde-aktuell 10/11, S.11).

Spenden für die Silbermannorgel in der Jakobikirche
Um mehr Klarheit über Art und Umfang der notwendigen Reparaturmaßnahmen an der Orgel zu bekommen, haben wir im KV den Beschluss gefasst, dass Mängel detailliert erfasst und ein entsprechender Kostenvoranschlag gemacht werden soll.
Das heißt, dass zunächst der Orgelsachverständige unserer Landeskirche die Orgel begutachtet, bevor sich dann die Orgelbaufirma mit den Instandhaltungsmaßnahmen befasst. Neben den Mitteln aus der Gemeinde hoffen wir auf externe Finanzierungsmöglichkeiten z.B. über Kulturförderung.

Kirchenkaffeeteam
Den Mitarbeiterinnen und Mitarbeiten vom Kirchenkaffeeteam gilt an dieser Stelle ein besonderes Dankeschön! Manchmal ist für einige Menschen das wichtigste am Sonntag Vormittag, was nach dem „offiziellen Gottesdienstschluss“ geschieht, also in der Gemeinschaft beim Kaffeetrinken. Wir suchen noch Menschen, die ihre Gaben gern im Kirchenkaffeeteam einbringen möchten.
Insbesondere wünschen wir uns, dass sich für die Gottesdienste in Zug Zuger Gemeindeglieder finden! Regina Reimann freut sich über Rückmeldung: FG - 355710
Gundula Rudloff


Gesellschaft zur Erhaltung der Jakobikirche e.V.

Die Reparatur der Silbermannorgel in der Jakobikirche wird das nächste große Thema sein, dem sich der Verein widmet (wir berichten). Um sich für die neue Wegstrecke besser aufzustellen, hat der Verein in der Mitgliederversammlung am 30.9.11 Matthias Aßmann zum stellvertretenden Vorsitzenden gewählt. Matthias Aßmann war ja über viele Jahre Kantor der Jakobigemeinde, wohnt bis heute im Nachbarhaus, kennt die Orgel wie kein anderer und ist stets der erste Ansprechpartner, wenn es irgendwo klemmt.
Matthias Rudloff, der über viele Jahre im Vorstand tätig war, wird sich nun verstärkt seinen anderen Aufgaben in der Gemeinde widmen, dem Verein jedoch als Mitglied erhalten bleiben.
Die Orgel in der Jakobikirche bis zum 300. Geburtstag von Gottfried Silbermann im Jahr 2017 komplett repariert zu haben, das ist das Ziel.
Zunächst wird jetzt ein Reparaturkonzept mit Kostenschätzung erstellt (s. linke Spalte). Schon jetzt wissen wir: Die Mechanik muss komplett überarbeitet und die Winddichtigkeit wieder hergestellt werden. Einige Register lassen sich nicht mehr steuern, die Töne klingen unterschiedlich laut.
Und es wird ein 6-stelliger Eurobetrag benötigt – viel zu viel, um das als Kirchgemeinde alleine stemmen zu können, jedoch ein großes Aktionsfeld für alle, die Orgelmusik im allgemeinen und die einzigartigen Orgeln Gottfried Silbermanns im besonderen lieben.
Wir freuen uns über ihren finanziellen Beitrag (Konto Nr. s. Seite 23) oder Ihr Engagement zusammen mit dem Verein beim Entwickeln und Umsetzen neuer Finanzierungsideen und beim Ansprechen von Sponsoren.
Kontakt: Gerd Norzinski, Tel. 247028


Ausflug der Konfis in den Niedrigseilgarten

Am letzten Freitag vor den Herbstferien machten unsere 12 Konfirmandinnen und Konfirmanden einen Ausflug in den Niedrigseilgarten nach Hainichen. Den Spaß, den sie dabei hatten, kann man an den Fotos erkennen. Was das mit Gemeinschaft zu tun hat und damit, dass jeder für´s Ganze wichtig ist - dazu muß man das wohl selber mal erlebt haben.
Gundula Rudloff


Abschied von uns und Neuanfang:
Uwe Tesch geht nach Rumänien

Nachdem Uwe vor knapp 9 Jahren in unsere Gemeinde gekommen ist – vorher war er zum Glauben gekommen und hatte sich in Chemnitz taufen lassen – ist er eigentlich gar nicht wegzudenken. Für viele ist er zum Wegbegleiter und Freund geworden. Auf seinen Einsatz, wo immer praktische Hilfe nötig war, war stets Verlass. Er hat als engagierter Mitarbeiter an den verschiedenen Stellen des Gemeindelebens mitgearbeitet und mitgewirkt.

Uwe, du fängst jetzt noch mal ganz woanders ganz neu an. Warum?
Schon länger treibt mich eine Unruhe um; das Gefühl: so, wie ich jetzt lebe, ist es noch nicht das, was Gott von mir wollte. Ich war fest entschlossen, das nach meiner Taufe im Dezember 2002 zu ändern. Und ich wollte meine Familie (Frau und zwei inzwischen erwachsene Töchter) mit auf den Weg nehmen.
Ich wollte, dass das was Gemeinsames wird. Aber das ist nicht geworden. Im Gegenteil: meine Frau und ich haben uns immer weiter von einander entfernt. Bis irgendwann der Punkt da war, wo der Spagat nicht mehr ging.
Kurz nachdem wir uns getrennt hatten, fragte mich Mike, ob ich ihn auf einer Fahrt nach Rumänien begleiten wolle. Ein Freund war abgesprungen und er wollte ein Kinderheim besuchen, zu dem er schon lange Kontakt hatte. In der Urlaubsplanung war ich ja plötzlich sehr flexibel; also bin ich mitgefahren. Die Arbeit dort in Rumänien hat mich sehr berührt; auch, dass es so was in Europa noch gibt: nur etwa 2000 km entfernt solche Not! Daraus ist dann die Aktion der Kleidersammlung geworden, an der sich viele aus unserer Gemeinde beteiligt haben. Und nun werde ich ab November als Mitarbeiter in dem Kinderheim in der Nähe von Brasov (Siebenbürgen) arbeiten.

Mit welcher Zeit-Perspektive?
Völlig unbefristet. Es gab so viele offene Türen und Gott hat mein Herz so bewegt, dass ich nur schlussfolgern konnte: das ist nicht meins, sondern das ist es, wohin Gott mich führt. (Dass ich zusätzlich auf Arbeit noch eine Freistellung bekommen habe, d.h. ein Jahr zu den selben Bedingungen wieder in den Betrieb zurückkehren darf, ist eine totale Überraschung, aber für mich keine nötige „Hintertür“.)

Wie stellst du dir deinen zukünftigen Arbeitsalltag konkret vor – unter so einfachen oder ärmlichen Verhältnissen?
Als männlicher Mitarbeiter werde ich in einen bisher reinen Frauenbetrieb einsteigen mit allem, was dazu gehört. Im Heim leben 20 Kinder im Alter von 3-18 Jahren, die in drei Gruppen aufgeteilt sind. Ich werde die Mahlzeiten zubereiten, mit ihnen Hausaufgaben machen und spielen; einfach alles erledigen, was gerade dran ist. Ich glaube, dass ich ihnen auch einiges im Garten beibringen kann und Handwerkliches und ich würde ihnen gern Freude an der Schöpfung vermitteln, zum Beispiel beim Wandern. Ich hoffe einfach, dass das ankommt… Und was die Umstände betrifft: Ich hab hier schon nach und nach losgelassen und ich merke an vielen Stellen: Gott kümmert sich…Mein größter Wunsch ist es, in einer ganz innigen Beziehung zu Gott ganz von ihm abhängig zu sein.

Was ist deine Motivation oder deine Vision für die Arbeit?
Dass die Kinder lernen, auf eigenen Füßen zu stehen; dass sie sich ihrer Würde bewusst werden und alle den Weg in eine Ausbildung finden; ich will mich dafür einsetzen, dass sie verantwortlich ihr Leben gestalten und gute Perspektiven entwickeln können.

Welches Werk / Organisation steht eigentlich hinter dem Kinderheim?
Die deutsche Scheytt-Stiftung, bei der ich auch meinen Arbeitsvertrag habe.
Diese Stiftung lebt von einem deutschen Spenderkreis. Die Leiterin stammt aus Deutschland und ist Christin. Auch Leute aus der Stiftung sind Christen, aber es ist kein christliches Werk. Die Leiterin hat Kontakte zur Pfingstgemeinde Brasov; dahin nimmt sie auch die Kinder mit. Ich freue mich auf neue Erfahrungen mit Gemeinde, weil ich weiß: ich brauche die Gemeinschaft. Als Christ kannst du nicht alleine wurschteln! Aber das wird schon werden. Genauso wie das mit der Sprache. Das ist ja sehr wichtig, aber hier bin ich noch nicht richtig zum Rumänisch-Lernen gekommen. Ansonsten hoffe ich auf kleine „Pfingstwunder“!

Danke, Uwe, für all das viele, was du hier mit Herz und Verstand investiert hast! Durch deine Art, dich so ehrlich auf Gottes Wort und Willen einzulassen, bist du für viele zum Vorbild geworden. Ich bin sicher, dass das segensreich nachwirken wird! – Gott segne dich und dein neues Wirkungsfeld und schenke uns, dass auch über die Entfernung noch Verbundenheit bleiben kann!
Gundula Rudloff

Kontakt zu Uwe Tesch in Rumänien: uwe.tesch.1411@gmail.com


Wochenende im Kloster Drübeck/Harz

Sechs Teilnehmer aus unserer Gemeinde und aus der ehemaligen Partnergemeinde Sulingen waren im Oktober dabei. Das Thema kreiste um das Luther-Wort: „Und wenn morgen die Welt unterginge, würde ich heute noch ein Apfelbäumchen pflanzen.“ Für 2013 ist ein nächsten Treffen geplant. Haben Sie Lust, dabei zu sein?
Infos: Gerd Norzinski, Tel. 247028


Gemeinde soll nicht im eigenen Sud kochen,
sondern Menschen zu Jesus führen

Daniela Gneuß (39) mag es nicht, im Rampenlicht zu stehen, auch wenn sie als Verantwortliche am Büchertisch in der Jakobikirche durchaus präsent ist und die Frauenabende „Evas unter sich“ initiiert hat und federführend mitgestaltet. Daniela gehört einem Hauskreis an und hat sich auch in diesem Jahr wieder für „Weihnachten im Schuhkarton“ engagiert.
In Löbau ist sie aufgewachsen und mehrmals innerhalb Sachsens umgezogen, bevor sie mit ihrem Mann Falk 8 Jahre in Essen gelebt hat. Seit Sommer 2007 gehört die Familie zu unserer Gemeinde und als Mutter von 5 Kindern kommt Daniela (zumindest vorerst) nicht auf die Idee, in ihrem Beruf als Krankenschwester zu arbeiten. Eine ruhige Stunde mit Gundula Rudloff konnte trotzdem organisiert werden.

Ist die Advents- und Weihnachtszeit für euch als Familie eigentlich eine besondere Zeit?
Ja, im Advent werden wir dieses Jahr wieder wichteln: wir machen Lose für jedes Familienmitglied und dann wird gezogen. Die Aufgabe ist dann, dem, der auf dem gezogenen Los steht, eine Woche lang eine Freude zu machen. Das muss nicht ein Geschenk sein, sondern kann genauso eine praktische Hilfe sein oder eine Ermutigung oder ein Kompliment. Nach einer Woche wird’s neu gemischt.
Viel Gemütlichkeit schaffen wir im Advent nicht, aber abends lesen wir mit allen Kindern zusammen eine fortlaufende Geschichte, die die christliche Botschaft auf gute Weise mit dem Advent verbindet. Einige Jahre war es sogar das selbe Buch. Und Heiligabend laden wir einen Menschen, der sonst allein wäre, ein, in unser „Chaos“ mit Essen und Bescherung einzusteigen.

In unserm Land zählt ihr mit 5 Kindern als kinderreich. Wie fühlt sich das eigentlich an?
Selbst in der eigenen Familie kam das etwas komisch an und wir fühlten uns in Frage gestellt - schon als das vierte Kind kam. Aber immer, wenn das Kind da war, war alles O.K. Sonst im Alltag erleben wir das unterschiedlich. Manche finden das ganz toll, aber wir haben auch schon Bemerkungen gehört wie: Müssen die denn noch ein Kind in die Welt setzen. Die haben doch schon genug. In der Kirchgemeinde sind wir mit allen Kindern immer positiv aufgenommen worden und haben uns voll und ganz akzeptiert gefühlt. Ich finde es total schön und bereichernd, Kinder zu haben! Aber ich glaube, die Entscheidung ist wichtig: Ja, ich will das. Wenn man ansonsten zu viel plant, gibt es immer Gründe, warum Kinder gerade nicht in die Planung reinpassen. Kinder zu haben ist laut, aber lustig, Wir lachen viel und es hält jung! Klar ist: mit 5 Kindern und mir als „Nichtverdiener“ geht nicht alles. Wir stecken zurück, wo andere nicht überlegen müssen, ob sie Schwimmen gehen, Essen gehen oder ins Kino gehen. Aber wir haben uns dafür entschieden. Wir wollen es so.
Allerdings finde ich es ab und zu hilfreich, wenn mir jemand Ermutigung und Anerkennung dafür gibt, denn manchmal zweifle ich auch an meiner Rolle, wenn es bei den Kindern eine Pubertätsschub gibt oder alle krank sind, der Mann nicht da ist. Auch mit vier Kindern bin ich schon an gesundheitliche Grenzen gekommen und auch krank geworden. Ich bin also nicht immer „auf Wolke 7“, sondern empfinde die Situation auch als Kampf. Aber es ist gut so; ich will mit niemandem tauschen.

Bleibt eigentlich bei der gesamten Haushalts- und Kinderlogistik auch mal Zeit nur für dich, für deine Bedürfnisse, Wünsche, Hobbys?
Es ist schon so: ich stecke zugunsten der Familie zurück. Aber zum Beispiel der „Evas-Abend“ ist was, wo ich mich einbringen kann. Ich genieße es, mit anderen Frauen zusammen sein zu können. Und ich nehme mir auch Auszeiten. Das ist für mich spazieren gehen, im Garten was machen, Sport treiben: schwimmen, walken oder joggen. Mal eine Freundin treffen oder mit den Hauskreis-Frauen zusammen sein. (Vielleicht ja ein Tipp für die anderen Hauskreise: ab und zu separate Treffen von Männern und Frauen?!) Auszeit ist auch: einen guten Film angucken oder ein Buch lesen. Bücher sind sowieso meine Leidenschaft. Ich muss eben nach etwas Ausschau halten, was auch
realistisch ist, umzusetzen.

Noch mal zum Eva-Abend: Was hat dich besonders motiviert, so ein Angebot zu initiieren?
Ich finde, dass Frauen wunderbare Gaben und Talente haben. Ich bin keine Feministin. Aber ich glaube, dass Frauen oft die sind, die mehr beten und als „Gefühlsmenschen“ näher an Gott dran sind und auch einladender für andere sein können. Meine Vorstellung für diese Abende ist: Gaben entdecken, Talente fördern, Lust auf Gott zu machen.

Christliche Kindererziehung – was heißt das eigentlich für dich?
Christliche Werte leben, auch auf die Wortwahl achten, Tischgebete sprechen, vor dem Schlafen mit den Kindern beten und auch bei Krankheit um Heilung beten. Wenn die Kinder früh aus dem Haus gehen, werden sie gesegnet. Wir lassen nicht alles Spielzeug und auch nicht alle Bücher zu. Auch Halloween-Partys lehnen wir ab. Vielleicht bin ich da auch etwas radikal, weil ich erst als Erwachsene zum Glauben gekommen bin. Wichtig ist mir auch, viel miteinander zu reden und natürlich auch darüber, wenn etwa in der Schule blöde Sprüche wegen des christlichen Glaubens unserer Kinder kommen.
Der Sonntag ist bei uns ein besonderer Tag. Es ist normal, zum Gottesdienst zu gehen und keine Arbeit an Haus und Hof zu machen, sondern Freunde einzuladen, Spiele oder Ausflüge zu machen.

Wo findest du, müsste sich unsere Gemeinde verändern oder weiter entwickeln?
Ich fände es gut, wenn mehr Gottesdienste gestaltet werden, die für glaubensferne Menschen ansprechend sind. Aus der Gemeinde in Essen kenne ich das so: mit Lobpreis, ohne Talar, ohne bestimmte Liturgie, interessante Themen im Licht der Bibel. Vielleicht würde dann die Hemmschwelle für Leute niedriger. Ich wünschte mir auch noch mehr Miteinander der Generationen vielleicht bei Nachmittagsveranstaltungen. Und ich wünschte mir mehr Kulturelles in der Kirche, weil man dazu auch Leute einladen kann, die sonst nicht in die Kirche gehen. Mir geht es immer darum, die Hemmschwelle niedrig zu machen und sich für Menschen zu öffnen, die Gott noch nicht kennen.

Wozu ist Gemeinde da – wie würdest du es erklären?
Gemeinde ist dazu da, dass man sich gegenseitig stärkt und miteinander Glauben lebt. Aber Gemeinde soll nicht im eigenen Sud kochen, sondern Menschen zu Jesus führen.
Gibt es eine Frage, die du gern von Jesus beantwortet hättest?
Warum bin ich krank geworden? Sonst bin ich total zufrieden mit dem Leben, aber die Krankheit - Zöliakie - hätte ich gern los!

Was mit Gott erlebt – was fällt dir als erstes ein?
Dass Falk von Essen gern zurück nach Sachsen ziehen wollte und ich nicht. Aber dann ist mir auf einer Frauenkonferenz mit Maria Prean klar geworden: wenn das für uns als Familie dran ist, ist es gut. Menschlich fand ich es sehr schwierig und ich habe viel geheult. Aber dann hatte ich ein Bild, das mir eine große Hilfe war: da war ein schmaler Steg, über den ich gehen musste, aber mit dem Blick auf Jesus wird es gut. Auf diese Zusage Gottes habe ich mich berufen. So habe ich mich in aller Veränderung getragen gefühlt und erlebt: es ist Gottes Weg mit uns. Das hat mir tiefen Frieden gegeben.
Als Erlebnis mit Gott fällt mir auch unsere jüngste Tochter Martha ein. Eigentlich hab ich mich in der Zeit nach einem Job umgeguckt, hatte auch schon auf Probe gearbeitet – und dann war ich schwanger. Eine kurze Phase der beruflichen Überlegungen ist dadurch abrupt beendet worden und ich habe erkannt: es ist Gottes Plan für mich, dass ich noch bei den Kindern bleibe. Martha ist ein „Herzenskind“ Gottes für mich.

Ein Bibelwort, das dir viel bedeutet …
… ist mein Taufspruch. Den habe ich mir zu meiner Taufe 1993 (nach ProChrist) selbst ausgesucht: Lehre mich tun nach deinem Wohlgefallen, denn du bist mein Gott; dein guter Geist führe mich auf ebner Bahn. (Psalm 143, 10)
Das Wort ist für mich wie ein Wegweiser, der mir hilft zu fragen: was würde Jesus tun?

Zuletzt: bitte ein Buchtipp für die Advents- und Weihnachtszeit!
Adrian Plass: „Das Wiedersehen“ – ein wundervolles Buch über tiefe Gefühle verletzter Menschen. Adrian Plass kennen viele als Humoristen, aber er hat sich mehr und mehr als ernsthafter Schriftsteller etabliert.

Danke für diesen Einblick in dein Leben und für dein Engagement in Gemeinde! Ich wünsch dir ganz viel von der wechselseitigen Erfahrung, dass du andern Mut machen kannst – nicht nur, aber auch zu Kindern und dass du immer wieder viel Ermutigung und Kraft für alles geschenkt bekommst!


Seelsorge im Krankenhaus

Da wächst etwas. Der gerade Stil der Pflanze ist zwar wie abgeschnitten, doch die Pflanze hat sich ihren eigenen Weg gesucht und – gefunden. Die Pflanze gedeiht auch nach ihrer Verwundung weiter, wie der Mensch lernt, mit seiner Verletzung neu zu leben. Das Kreuz legt sich dabei wie ein schützender Mantel um die Pflanze. Dieses Symbol steht für die Arbeit der Evangelischen Krankenhausseelsorge.
Durch die Presse oder den Gemeindebrief haben Sie eventuell schon davon erfahren, dass ich seit ein paar Monaten im Freiberger Krankenhaus als Seelsorgerin tätig bin. Als Krankenhausseelsorgerin komme ich regelmäßig auf die Stationen und biete Besuche an. Auf jeden Fall komme ich, wenn Menschen mich direkt, durch ihre Angehörigen oder die Mitarbeiter/ innen der Station benachrichtigen. Ich bin dann da, um Zeit zu haben – Zeit zum Zuhören, Zeit zum Reden. Allein und in der fremden Situation im Krankenhaus gehen den meisten Menschen Gedanken und Fragen durch den Kopf: z.B. im Blick auf eine bevorstehende Operation oder die Bewältigung der neuen Lebenssituation nach dem Krankenhausaufenthalt. Manche können Freude und Dankbarkeit teilen z.B. nach der Geburt eines Kindes oder wegen der eigenen Genesung, andere möchten Abschied und Trauer teilen im Blick auf das Lebensende.
Manchmal gibt es auch einfach Dinge aus der eigenen Lebensgeschichte, die man schon lange einmal mit jemandem bereden wollte.
Sie erreichen mich als Patient oder Angehöriger telefonisch innerhalb des Krankenhauses (03731 772880) oder zu den Sprechzeiten dienstags von 11:00-12:00 Uhr und donnerstags von 16:30-17:30 Uhr in Zimmer 1.811
Anregung, Zuspruch, Trost, Ermutigung und Gemeinschaft erfahren wir auch gemeinsam durch Gottes Wort, beim Singen und Beten zur Andacht. Sie findet zur Zeit donnerstags um 18:30 Uhr bis ca. 19:00 Uhr im Andachtsraum (direkt über der Krankenhausinformation) statt. Patienten können die Andacht auch zusammen mit ihren Angehörigen besuchen. Auf Anfrage am Pflegestützpunkt der Station oder bei mir können Sie auch problemlos gebracht bzw. abgeholt werden.
Auch wenn Sie nicht im Krankenhaus sein müssen, können Sie als Freiberger Gemeindeglieder diese Möglichkeit zur Andacht mitten in der Woche für sich nutzen. Herzliche Einladung dazu!
Der Andachtsraum ist außerdem stets geöffnet. Jeder kann dort gerne eintreten und verweilen, beten, Gedanken, Eindrücke oder Gebets- bzw. Fürbittanliegen in ein bereit gelegtes Buch schreiben, in der Bibel lesen oder ein persönliches Segenswort für den Tag mitnehmen.
Es grüßt Sie herzlich
Pfarrerin Kerstin Stetzka,
Krankenhausseelsorgerin


 
 
   

Herzlich willkommen bei der:

Ev.-Luth. Jakobi-Christophorus-
Kirchgemeinde Freiberg
Beutlerstr. 5
09599 Freiberg
Telefon 03731 696814

Wegbeschreibung Jakobikirche
Wegbeschreibung Kapelle Zug

 
 

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