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Gemeinde aktuell 12 2011/ 1 2012
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Das
neue Kirchenjahr:
Einladung zum Glauben!
Haben Sie schon mal entdeckt oder sich gefragt, warum die
farbigen Behänge an Altar und Kanzel (oder am weißen Talar der
Pfarrerin) manchmal wechseln; warum zu bestimmten Zeiten Lieder
einer bestimmten Gesangbuch-Kategorie verstärkt gesungen werden und
Predigtthemen eine bestimmte Richtung haben; warum die
Gottesdienstordnung nicht immer die selbe ist und ob das alles
Zufall oder gewollt ist? Am 1. Advent, also gerade, wenn Sie das
neue Gemeinde-aktuell im Briefkasten gefunden haben (oder in den
nächsten Tagen finden werden) hat das neue Kirchenjahr begonnen. Als
Christen sind wir also der Jahreswende zu Silvester sozusagen immer
schon etwas voraus! Darum ein paar Anmerkungen oder Anregungen zum
Heben eines besonderen Schatzes unserer Kirche, dem Kirchenjahr.
Das Kirchenjahr ist eine Anleitung, vielmehr eine Einladung, sich
auf Gottes Geschichte mit uns Menschen einzulassen. Und es ist eine
Einladung, diese Geschichte mit dem Ablauf des Jahres zu verbinden.
Im „Durchlauf“ eines Kirchenjahres mit den besonders ausgewählten
Bibelstellen des alten und neuen Testamentes, mit den Psalmen und
den Liedern wird auf vielfältige Weise lebendig, was uns die Bibel
als wesentlichen Grund unseres Glaubens bezeugt: Die Treue Gottes zu
seinem Bundesvolk Israel, das Leben von Jesus mit seinen Worten und
Taten, seinem Sterben und Auferstehen und das Wirken des Heiligen
Geistes in den ersten christlichen Gemeinden.
So ist jedes Kirchenjahr eigentlich ein Glaubenskurs.
Und wenn wir mit dem neuen Kalenderjahr auch wieder zum
Glaubens-Kurs (siehe S. 24) einladen, dann ist das nur eine
komprimierte Möglichkeit, Lebens- und Glaubensfragen auf die Spur zu
kommen. Wir freuen uns, wenn Sie dabei sind!
Wir freuen uns auch, Sie in unseren Gottesdiensten begrüßen zu
dürfen. Selbst, wenn alles irgendwie in den großen Zusammenhang des
Kirchenjahres gehört, legen wir großen Wert darauf, dass jeder
Gottesdienst für sich genommen vom Thema und der Gestaltung her
nachvollziehbar ist – für alle, auch für die, die einfach mal
„reinschnuppern“ wollen oder zufällig vorbeikommen.
Die christlichen Feste strukturieren das Kirchenjahr: es beginnt mit
dem Weihnachtsfestkreis, mündet nach der Epiphaniaszeit und der
anschließenden Passionszeit in den Osterfestkreis, woran sich über
Himmelfahrt und Pfingsten das Trinitatisfest anschließt, auf das die
lange „festlose“ Zeit danach folgt. Unterbrochen vom Erntedankfest
und dem Reformationstag endet das Kirchenjahr mit dem
Ewigkeitssonntag (Totensonntag), bevor es neu mit der Adventszeit
beginnt.
Dass dabei die Kirchenjahreszeiten von Jahr zu Jahr etwas
unterschiedlich lang sind, ergibt sich aus dem variablen
Ostertermin.
Jeder Sonntag hat einen Namen, der bei der Eröffnung des
Gottesdienstes normalerweise genannt wird und den Platz im
Kirchenjahr markiert. Der Name ist entweder eine Zählbezeichnung
(z.B. erster, zweiter Sonntag im Advent) oder ein lateinisches Wort,
das am Anfang des Psalmes steht, der der „Wochenpsalm“ ist (z.B. „Judika“
heißt übersetzt „Schaffe mir Recht“ Ps 43,1).
Zu dem Namen des Sonntags gehört auch ein Thema, das in den
biblischen Lesungen, der Predigt und den Liedern entfaltet wird.
Schließlich gehört zu jeder Kirchenjahreszeit eine liturgische
Farbe. Weiß wird als Farbe des Lichtes und der himmlischen
Herrlichkeit für die „Christusfeste“ Weihnachten und Ostern
verwendet. Rot ist die Farbe des Feuers und der Liebe und hat
entsprechend zu Pfingsten, zur Konfirmation und am Reformationstag
seinen Platz. Violett ist die Farbe der Vorbereitung und Umkehr in
der Advents- und Passionszeit, schwarz die Farbe der Trauer am
Karfreitag. Grün als Farbe der Schöpfung und der Hoffnung steht für
die übrigen Zeiten.
Haben Sie Lust bekommen, selbst auf Entdeckungsreise zu gehen?
Herzlich grüßt Sie und wünscht Ihnen einen gesegneten Weg durch das
neue Kirchenjahr.
Ihre Gundula Rudloff |
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Aktuelles aus dem Kirchenvorstand
Weihnachtsgottesdienste
Aus den Kollekten über die Weihnachtsgottesdienste wollen wir für den
Fassika e.V. spenden. Über die Arbeit von Pfr. Mathias Franke können
wir auf diese Weise helfen, der vielfachen Not in einem der ärmsten
Länder der Welt, Äthiopien, zu begegnen (siehe Gemeinde-aktuell 10/11,
S.11).
Spenden für die Silbermannorgel in der Jakobikirche
Um mehr Klarheit über Art und Umfang der notwendigen
Reparaturmaßnahmen an der Orgel zu bekommen, haben wir im KV den
Beschluss gefasst, dass Mängel detailliert erfasst und ein
entsprechender Kostenvoranschlag gemacht werden soll.
Das heißt, dass zunächst der Orgelsachverständige unserer Landeskirche
die Orgel begutachtet, bevor sich dann die Orgelbaufirma mit den
Instandhaltungsmaßnahmen befasst. Neben den Mitteln aus der Gemeinde
hoffen wir auf externe Finanzierungsmöglichkeiten z.B. über
Kulturförderung.
Kirchenkaffeeteam
Den Mitarbeiterinnen und Mitarbeiten vom Kirchenkaffeeteam gilt an
dieser Stelle ein besonderes Dankeschön! Manchmal ist für einige
Menschen das wichtigste am Sonntag Vormittag, was nach dem
„offiziellen Gottesdienstschluss“ geschieht, also in der Gemeinschaft
beim Kaffeetrinken. Wir suchen noch Menschen, die ihre Gaben gern im
Kirchenkaffeeteam einbringen möchten.
Insbesondere wünschen wir uns, dass sich für die Gottesdienste in Zug
Zuger Gemeindeglieder finden! Regina Reimann freut sich über
Rückmeldung: FG - 355710
Gundula Rudloff |
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Gesellschaft zur Erhaltung der Jakobikirche e.V.
Die Reparatur der Silbermannorgel in der Jakobikirche wird das
nächste große Thema sein, dem sich der Verein widmet (wir
berichten). Um sich für die neue Wegstrecke besser aufzustellen, hat
der Verein in der Mitgliederversammlung am 30.9.11 Matthias Aßmann
zum stellvertretenden Vorsitzenden gewählt. Matthias Aßmann war ja
über viele Jahre Kantor der Jakobigemeinde, wohnt bis heute im
Nachbarhaus, kennt die Orgel wie kein anderer und ist stets der
erste Ansprechpartner, wenn es irgendwo klemmt.
Matthias Rudloff, der über viele Jahre im Vorstand tätig war, wird
sich nun verstärkt seinen anderen Aufgaben in der Gemeinde widmen,
dem Verein jedoch als Mitglied erhalten bleiben.
Die Orgel in der Jakobikirche bis zum 300. Geburtstag von Gottfried
Silbermann im Jahr 2017 komplett repariert zu haben, das ist das
Ziel.
Zunächst wird jetzt ein Reparaturkonzept mit Kostenschätzung
erstellt (s. linke Spalte). Schon jetzt wissen wir: Die Mechanik
muss komplett überarbeitet und die Winddichtigkeit wieder
hergestellt werden. Einige Register lassen sich nicht mehr steuern,
die Töne klingen unterschiedlich laut.
Und es wird ein 6-stelliger Eurobetrag benötigt – viel zu viel, um
das als Kirchgemeinde alleine stemmen zu können, jedoch ein großes
Aktionsfeld für alle, die Orgelmusik im allgemeinen und die
einzigartigen Orgeln Gottfried Silbermanns im besonderen lieben.
Wir freuen uns über ihren finanziellen Beitrag (Konto Nr. s. Seite
23) oder Ihr Engagement zusammen mit dem Verein beim Entwickeln und
Umsetzen neuer Finanzierungsideen und beim Ansprechen von Sponsoren.
Kontakt: Gerd Norzinski, Tel. 247028
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Ausflug der Konfis in den Niedrigseilgarten
Am letzten Freitag vor den Herbstferien machten unsere 12
Konfirmandinnen und Konfirmanden einen Ausflug in den
Niedrigseilgarten nach Hainichen. Den Spaß, den sie dabei hatten,
kann man an den Fotos erkennen. Was das mit Gemeinschaft zu tun hat
und damit, dass jeder für´s Ganze wichtig ist - dazu muß man das
wohl selber mal erlebt haben.
Gundula Rudloff |
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Abschied von uns und Neuanfang:
Uwe Tesch geht nach Rumänien
Nachdem Uwe vor knapp 9 Jahren in unsere Gemeinde gekommen ist –
vorher war er zum Glauben gekommen und hatte sich in Chemnitz taufen
lassen – ist er eigentlich gar nicht wegzudenken. Für viele ist er
zum Wegbegleiter und Freund geworden. Auf seinen Einsatz, wo immer
praktische Hilfe nötig war, war stets Verlass. Er hat als
engagierter Mitarbeiter an den verschiedenen Stellen des
Gemeindelebens mitgearbeitet und mitgewirkt.
Uwe, du fängst jetzt noch mal ganz woanders ganz neu an. Warum?
Schon länger treibt mich eine Unruhe um; das Gefühl: so, wie ich
jetzt lebe, ist es noch nicht das, was Gott von mir wollte. Ich war
fest entschlossen, das nach meiner Taufe im Dezember 2002 zu ändern.
Und ich wollte meine Familie (Frau und zwei inzwischen erwachsene
Töchter) mit auf den Weg nehmen.
Ich wollte, dass das was Gemeinsames wird. Aber das ist nicht
geworden. Im Gegenteil: meine Frau und ich haben uns immer weiter
von einander entfernt. Bis irgendwann der Punkt da war, wo der
Spagat nicht mehr ging.
Kurz nachdem wir uns getrennt hatten, fragte mich Mike, ob ich ihn
auf einer Fahrt nach Rumänien begleiten wolle. Ein Freund war
abgesprungen und er wollte ein Kinderheim besuchen, zu dem er schon
lange Kontakt hatte. In der Urlaubsplanung war ich ja plötzlich sehr
flexibel; also bin ich mitgefahren. Die Arbeit dort in Rumänien hat
mich sehr berührt; auch, dass es so was in Europa noch gibt: nur
etwa 2000 km entfernt solche Not! Daraus ist dann die Aktion der
Kleidersammlung geworden, an der sich viele aus unserer Gemeinde
beteiligt haben. Und nun werde ich ab November als Mitarbeiter in
dem Kinderheim in der Nähe von Brasov (Siebenbürgen) arbeiten.
Mit welcher Zeit-Perspektive?
Völlig unbefristet. Es gab so viele offene Türen und Gott hat mein
Herz so bewegt, dass ich nur schlussfolgern konnte: das ist nicht
meins, sondern das ist es, wohin Gott mich führt. (Dass ich
zusätzlich auf Arbeit noch eine Freistellung bekommen habe, d.h. ein
Jahr zu den selben Bedingungen wieder in den Betrieb zurückkehren
darf, ist eine totale Überraschung, aber für mich keine nötige
„Hintertür“.) Wie stellst du dir deinen zukünftigen
Arbeitsalltag konkret vor – unter so einfachen oder ärmlichen
Verhältnissen?
Als männlicher Mitarbeiter werde ich in einen bisher reinen
Frauenbetrieb einsteigen mit allem, was dazu gehört. Im Heim leben
20 Kinder im Alter von 3-18 Jahren, die in drei Gruppen aufgeteilt
sind. Ich werde die Mahlzeiten zubereiten, mit ihnen Hausaufgaben
machen und spielen; einfach alles erledigen, was gerade dran ist.
Ich glaube, dass ich ihnen auch einiges im Garten beibringen kann
und Handwerkliches und ich würde ihnen gern Freude an der Schöpfung
vermitteln, zum Beispiel beim Wandern. Ich hoffe einfach, dass das
ankommt… Und was die Umstände betrifft: Ich hab hier schon nach und
nach losgelassen und ich merke an vielen Stellen: Gott kümmert
sich…Mein größter Wunsch ist es, in einer ganz innigen Beziehung zu
Gott ganz von ihm abhängig zu sein.
Was ist deine Motivation oder deine Vision für die Arbeit?
Dass die Kinder lernen, auf eigenen Füßen zu stehen; dass sie sich
ihrer Würde bewusst werden und alle den Weg in eine Ausbildung
finden; ich will mich dafür einsetzen, dass sie verantwortlich ihr
Leben gestalten und gute Perspektiven entwickeln können.
Welches Werk / Organisation steht eigentlich hinter dem
Kinderheim?
Die deutsche Scheytt-Stiftung, bei der ich auch meinen
Arbeitsvertrag habe.
Diese Stiftung lebt von einem deutschen Spenderkreis. Die Leiterin
stammt aus Deutschland und ist Christin. Auch Leute aus der Stiftung
sind Christen, aber es ist kein christliches Werk. Die Leiterin hat
Kontakte zur Pfingstgemeinde Brasov; dahin nimmt sie auch die Kinder
mit. Ich freue mich auf neue Erfahrungen mit Gemeinde, weil ich
weiß: ich brauche die Gemeinschaft. Als Christ kannst du nicht
alleine wurschteln! Aber das wird schon werden. Genauso wie das mit
der Sprache. Das ist ja sehr wichtig, aber hier bin ich noch nicht
richtig zum Rumänisch-Lernen gekommen. Ansonsten hoffe ich auf
kleine „Pfingstwunder“! Danke, Uwe, für all das viele, was du
hier mit Herz und Verstand investiert hast! Durch deine Art, dich so
ehrlich auf Gottes Wort und Willen einzulassen, bist du für viele
zum Vorbild geworden. Ich bin sicher, dass das segensreich
nachwirken wird! – Gott segne dich und dein neues Wirkungsfeld und
schenke uns, dass auch über die Entfernung noch Verbundenheit
bleiben kann!
Gundula Rudloff
Kontakt zu Uwe Tesch in Rumänien: uwe.tesch.1411@gmail.com |
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Wochenende im Kloster Drübeck/Harz
Sechs Teilnehmer aus unserer Gemeinde und aus der ehemaligen
Partnergemeinde Sulingen waren im Oktober dabei. Das Thema kreiste um
das Luther-Wort: „Und wenn morgen die Welt unterginge, würde ich heute
noch ein Apfelbäumchen pflanzen.“ Für 2013 ist ein nächsten Treffen
geplant. Haben Sie Lust, dabei zu sein?
Infos: Gerd Norzinski, Tel. 247028 |
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Gemeinde soll nicht im eigenen Sud kochen,
sondern Menschen zu Jesus führen
Daniela Gneuß (39) mag es nicht, im Rampenlicht zu stehen, auch
wenn sie als Verantwortliche am Büchertisch in der Jakobikirche
durchaus präsent ist und die Frauenabende „Evas unter sich“
initiiert hat und federführend mitgestaltet. Daniela gehört einem
Hauskreis an und hat sich auch in diesem Jahr wieder für
„Weihnachten im Schuhkarton“ engagiert.
In Löbau ist sie aufgewachsen und mehrmals innerhalb Sachsens
umgezogen, bevor sie mit ihrem Mann Falk 8 Jahre in Essen gelebt
hat. Seit Sommer 2007 gehört die Familie zu unserer Gemeinde und als
Mutter von 5 Kindern kommt Daniela (zumindest vorerst) nicht auf die
Idee, in ihrem Beruf als Krankenschwester zu arbeiten. Eine ruhige
Stunde mit Gundula Rudloff konnte trotzdem organisiert werden.
Ist die Advents- und Weihnachtszeit für euch als Familie
eigentlich eine besondere Zeit?
Ja, im Advent werden wir dieses Jahr wieder wichteln: wir machen
Lose für jedes Familienmitglied und dann wird gezogen. Die Aufgabe
ist dann, dem, der auf dem gezogenen Los steht, eine Woche lang eine
Freude zu machen. Das muss nicht ein Geschenk sein, sondern kann
genauso eine praktische Hilfe sein oder eine Ermutigung oder ein
Kompliment. Nach einer Woche wird’s neu gemischt.
Viel Gemütlichkeit schaffen wir im Advent nicht, aber abends lesen
wir mit allen Kindern zusammen eine fortlaufende Geschichte, die die
christliche Botschaft auf gute Weise mit dem Advent verbindet.
Einige Jahre war es sogar das selbe Buch. Und Heiligabend laden wir
einen Menschen, der sonst allein wäre, ein, in unser „Chaos“ mit
Essen und Bescherung einzusteigen.
In unserm Land zählt ihr mit 5 Kindern als kinderreich. Wie
fühlt sich das eigentlich an?
Selbst in der eigenen Familie kam das etwas komisch an und wir
fühlten uns in Frage gestellt - schon als das vierte Kind kam. Aber
immer, wenn das Kind da war, war alles O.K. Sonst im Alltag erleben
wir das unterschiedlich. Manche finden das ganz toll, aber wir haben
auch schon Bemerkungen gehört wie: Müssen die denn noch ein Kind in
die Welt setzen. Die haben doch schon genug. In der Kirchgemeinde
sind wir mit allen Kindern immer positiv aufgenommen worden und
haben uns voll und ganz akzeptiert gefühlt. Ich finde es total schön
und bereichernd, Kinder zu haben! Aber ich glaube, die Entscheidung
ist wichtig: Ja, ich will das. Wenn man ansonsten zu viel plant,
gibt es immer Gründe, warum Kinder gerade nicht in die Planung
reinpassen. Kinder zu haben ist laut, aber lustig, Wir lachen viel
und es hält jung! Klar ist: mit 5 Kindern und mir als
„Nichtverdiener“ geht nicht alles. Wir stecken zurück, wo andere
nicht überlegen müssen, ob sie Schwimmen gehen, Essen gehen oder ins
Kino gehen. Aber wir haben uns dafür entschieden. Wir wollen es so.
Allerdings finde ich es ab und zu hilfreich, wenn mir jemand
Ermutigung und Anerkennung dafür gibt, denn manchmal zweifle ich
auch an meiner Rolle, wenn es bei den Kindern eine Pubertätsschub
gibt oder alle krank sind, der Mann nicht da ist. Auch mit vier
Kindern bin ich schon an gesundheitliche Grenzen gekommen und auch
krank geworden. Ich bin also nicht immer „auf Wolke 7“, sondern
empfinde die Situation auch als Kampf. Aber es ist gut so; ich will
mit niemandem tauschen.
Bleibt eigentlich bei der gesamten Haushalts- und
Kinderlogistik auch mal Zeit nur für dich, für deine Bedürfnisse,
Wünsche, Hobbys?
Es ist schon so: ich stecke zugunsten der Familie zurück. Aber zum
Beispiel der „Evas-Abend“ ist was, wo ich mich einbringen kann. Ich
genieße es, mit anderen Frauen zusammen sein zu können. Und ich
nehme mir auch Auszeiten. Das ist für mich spazieren gehen, im
Garten was machen, Sport treiben: schwimmen, walken oder joggen. Mal
eine Freundin treffen oder mit den Hauskreis-Frauen zusammen sein.
(Vielleicht ja ein Tipp für die anderen Hauskreise: ab und zu
separate Treffen von Männern und Frauen?!) Auszeit ist auch: einen
guten Film angucken oder ein Buch lesen. Bücher sind sowieso meine
Leidenschaft. Ich muss eben nach etwas Ausschau halten, was auch
realistisch ist, umzusetzen.
Noch mal zum Eva-Abend: Was hat dich besonders motiviert, so
ein Angebot zu initiieren?
Ich finde, dass Frauen wunderbare Gaben und Talente haben. Ich bin
keine Feministin. Aber ich glaube, dass Frauen oft die sind, die
mehr beten und als „Gefühlsmenschen“ näher an Gott dran sind und
auch einladender für andere sein können. Meine Vorstellung für diese
Abende ist: Gaben entdecken, Talente fördern, Lust auf Gott zu
machen.
Christliche Kindererziehung – was heißt das eigentlich für
dich?
Christliche Werte leben, auch auf die Wortwahl achten, Tischgebete
sprechen, vor dem Schlafen mit den Kindern beten und auch bei
Krankheit um Heilung beten. Wenn die Kinder früh aus dem Haus gehen,
werden sie gesegnet. Wir lassen nicht alles Spielzeug und auch nicht
alle Bücher zu. Auch Halloween-Partys lehnen wir ab. Vielleicht bin
ich da auch etwas radikal, weil ich erst als Erwachsene zum Glauben
gekommen bin. Wichtig ist mir auch, viel miteinander zu reden und
natürlich auch darüber, wenn etwa in der Schule blöde Sprüche wegen
des christlichen Glaubens unserer Kinder kommen.
Der Sonntag ist bei uns ein besonderer Tag. Es ist normal, zum
Gottesdienst zu gehen und keine Arbeit an Haus und Hof zu machen,
sondern Freunde einzuladen, Spiele oder Ausflüge zu machen.
Wo findest du, müsste sich unsere Gemeinde verändern oder
weiter entwickeln?
Ich fände es gut, wenn mehr Gottesdienste gestaltet werden, die für
glaubensferne Menschen ansprechend sind. Aus der Gemeinde in Essen
kenne ich das so: mit Lobpreis, ohne Talar, ohne bestimmte Liturgie,
interessante Themen im Licht der Bibel. Vielleicht würde dann die
Hemmschwelle für Leute niedriger. Ich wünschte mir auch noch mehr
Miteinander der Generationen vielleicht bei
Nachmittagsveranstaltungen. Und ich wünschte mir mehr Kulturelles in
der Kirche, weil man dazu auch Leute einladen kann, die sonst nicht
in die Kirche gehen. Mir geht es immer darum, die Hemmschwelle
niedrig zu machen und sich für Menschen zu öffnen, die Gott noch
nicht kennen.
Wozu ist Gemeinde da – wie würdest du es erklären?
Gemeinde ist dazu da, dass man sich gegenseitig stärkt und
miteinander Glauben lebt. Aber Gemeinde soll nicht im eigenen Sud
kochen, sondern Menschen zu Jesus führen.
Gibt es eine Frage, die du gern von Jesus beantwortet hättest?
Warum bin ich krank geworden? Sonst bin ich total zufrieden mit dem
Leben, aber die Krankheit - Zöliakie - hätte ich gern los!
Was mit Gott erlebt – was fällt dir als erstes ein?
Dass Falk von Essen gern zurück nach Sachsen ziehen wollte und ich
nicht. Aber dann ist mir auf einer Frauenkonferenz mit Maria Prean
klar geworden: wenn das für uns als Familie dran ist, ist es gut.
Menschlich fand ich es sehr schwierig und ich habe viel geheult.
Aber dann hatte ich ein Bild, das mir eine große Hilfe war: da war
ein schmaler Steg, über den ich gehen musste, aber mit dem Blick auf
Jesus wird es gut. Auf diese Zusage Gottes habe ich mich berufen. So
habe ich mich in aller Veränderung getragen gefühlt und erlebt: es
ist Gottes Weg mit uns. Das hat mir tiefen Frieden gegeben.
Als Erlebnis mit Gott fällt mir auch unsere jüngste Tochter Martha
ein. Eigentlich hab ich mich in der Zeit nach einem Job umgeguckt,
hatte auch schon auf Probe gearbeitet – und dann war ich schwanger.
Eine kurze Phase der beruflichen Überlegungen ist dadurch abrupt
beendet worden und ich habe erkannt: es ist Gottes Plan für mich,
dass ich noch bei den Kindern bleibe. Martha ist ein „Herzenskind“
Gottes für mich.
Ein Bibelwort, das dir viel bedeutet …
… ist mein Taufspruch. Den habe ich mir zu meiner Taufe 1993 (nach
ProChrist) selbst ausgesucht: Lehre mich tun nach deinem
Wohlgefallen, denn du bist mein Gott; dein guter Geist führe mich
auf ebner Bahn. (Psalm 143, 10)
Das Wort ist für mich wie ein Wegweiser, der mir hilft zu fragen:
was würde Jesus tun?
Zuletzt: bitte ein Buchtipp für die Advents- und
Weihnachtszeit!
Adrian Plass: „Das Wiedersehen“ – ein wundervolles Buch über tiefe
Gefühle verletzter Menschen. Adrian Plass kennen viele als
Humoristen, aber er hat sich mehr und mehr als ernsthafter
Schriftsteller etabliert.
Danke für diesen Einblick in dein Leben und für dein
Engagement in Gemeinde! Ich wünsch dir ganz viel von der
wechselseitigen Erfahrung, dass du andern Mut machen kannst – nicht
nur, aber auch zu Kindern und dass du immer wieder viel Ermutigung
und Kraft für alles geschenkt bekommst! |
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Seelsorge im Krankenhaus
Da wächst etwas. Der gerade Stil der Pflanze ist zwar wie
abgeschnitten, doch die Pflanze hat sich ihren eigenen Weg gesucht
und – gefunden. Die Pflanze gedeiht auch nach ihrer Verwundung
weiter, wie der Mensch lernt, mit seiner Verletzung neu zu leben.
Das Kreuz legt sich dabei wie ein schützender Mantel um die Pflanze.
Dieses Symbol steht für die Arbeit der Evangelischen
Krankenhausseelsorge.
Durch die Presse oder den Gemeindebrief haben Sie eventuell schon
davon erfahren, dass ich seit ein paar Monaten im Freiberger
Krankenhaus als Seelsorgerin tätig bin. Als Krankenhausseelsorgerin
komme ich regelmäßig auf die Stationen und biete Besuche an. Auf
jeden Fall komme ich, wenn Menschen mich direkt, durch ihre
Angehörigen oder die Mitarbeiter/ innen der Station benachrichtigen.
Ich bin dann da, um Zeit zu haben – Zeit zum Zuhören, Zeit zum
Reden. Allein und in der fremden Situation im Krankenhaus gehen den
meisten Menschen Gedanken und Fragen durch den Kopf: z.B. im Blick
auf eine bevorstehende Operation oder die Bewältigung der neuen
Lebenssituation nach dem Krankenhausaufenthalt. Manche können Freude
und Dankbarkeit teilen z.B. nach der Geburt eines Kindes oder wegen
der eigenen Genesung, andere möchten Abschied und Trauer teilen im
Blick auf das Lebensende.
Manchmal gibt es auch einfach Dinge aus der eigenen
Lebensgeschichte, die man schon lange einmal mit jemandem bereden
wollte.
Sie erreichen mich als Patient oder Angehöriger telefonisch
innerhalb des Krankenhauses (03731 772880) oder zu den Sprechzeiten
dienstags von 11:00-12:00 Uhr und donnerstags von 16:30-17:30 Uhr in
Zimmer 1.811
Anregung, Zuspruch, Trost, Ermutigung und Gemeinschaft erfahren wir
auch gemeinsam durch Gottes Wort, beim Singen und Beten zur Andacht.
Sie findet zur Zeit donnerstags um 18:30 Uhr bis ca. 19:00 Uhr im
Andachtsraum (direkt über der Krankenhausinformation) statt.
Patienten können die Andacht auch zusammen mit ihren Angehörigen
besuchen. Auf Anfrage am Pflegestützpunkt der Station oder bei mir
können Sie auch problemlos gebracht bzw. abgeholt werden.
Auch wenn Sie nicht im Krankenhaus sein müssen, können Sie als
Freiberger Gemeindeglieder diese Möglichkeit zur Andacht mitten in
der Woche für sich nutzen. Herzliche Einladung dazu!
Der Andachtsraum ist außerdem stets geöffnet. Jeder kann dort gerne
eintreten und verweilen, beten, Gedanken, Eindrücke oder Gebets-
bzw. Fürbittanliegen in ein bereit gelegtes Buch schreiben, in der
Bibel lesen oder ein persönliches Segenswort für den Tag mitnehmen.
Es grüßt Sie herzlich
Pfarrerin Kerstin Stetzka,
Krankenhausseelsorgerin |
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